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Autor Thema: Gott spricht immer wieder ....  (Gelesen 2229 mal)
Maria
Aus der Ferne grüssend
« am: 17. Mai 2012, 05:46:30 »

BD 5001  empfangen 17.u.18.11.1950
 
    
Gott spricht immer wieder ....

O ihr Toren, die ihr glaubet, die Liebe eures Gottes bestimmen zu können .... ihr Blinden im Geist, die Mich noch nicht erkannt, die Meine Gegenwart noch nicht gespürt haben und die darum nicht verstehen können, daß Ich Mich kundgebe denen, die nach Meinem Wort verlangen.

Ihr Toren, die ihr nicht wisset, daß Ich das ewige Wort Selbst bin und sonach reden muß, wenn Ich euch gegenwärtig bin und euch diese Meine Gegenwart beweisen will. Ihr sprechet wohl nach, was Ich einst geredet habe, als Ich auf Erden wandelte, doch solange Ich Selbst euch nicht gegenwärtig bin, sind es nur tote Buchstaben, die ihr verbreitet, die erst dann lebendig werden, wenn ihr sie als Zeichen Meiner Gegenwart empfindet, weil ihr Mich dann Selbst sprechen höret, Der Ich Mich durch den Geist in euch offenbare.

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott .... (und Gott ist das Wort). Mein Wort bin Ich Selbst, und Mein Geist ist in jedem Wort, das von Mir zeuget.

Ich spreche zu den Menschen, und das an jedem Ort und zu jeder Zeit, sowie der Mensch Mir sein Ohr öffnet, sowie er Mich zu hören begehrt und lauschet auf die Äußerung Meiner Liebe.

Und niemals wird diese Liebe sich verausgaben, wie darum auch niemals Mein Wort aufhören kann, zu erklingen im Herzen der Menschen, die Mich lieben. Wer also glaubt, daß Ich nur einmal Mich den Jüngern kundgetan habe, wer glaubt, daß Ich nun schweige und niemals mehr mit den Menschen in so inniger Verbindung stehe, daß sie Mich zu hören vermögen, der ist in einem großen Irrtum stehend, der für ihn selbst sehr zum Nachteil ist, weil er niemals Meine Stimme hören kann, so er es nicht glaubt, daß Ich Mich offenbare, daß Meine Liebe euch Menschen gegenüber sich äußern und euch ein Zeichen geben will, daß Ich euch gegenwärtig bin.

Weil Ich eine wesenhafte Gottheit bin, muß Ich auch von Meinem Wesen Zeugnis geben können und also zu euch Menschen reden. Auch ihr könnet ein anderes Wesen nur erkennen, wenn dieses sein Denken, Wollen und Empfinden zum Ausdruck bringen kann, ansonsten es für euch tot und unerkannt bleibt. Und da Ich will, daß ihr Menschen Mich erkennen lernet, muß Ich zu euch reden.

 (18.11.1950) Welcher Vater, der seine Kinder liebt, würde wohl stumm bleiben, so er sie in Not weiß? .... Welcher Vater wohl würde ein Gelübde machen, nur einmal zu seinen Kindern zu reden, um dann für immer stumm zu bleiben? Ihr Menschen kennet euren Vater im Himmel nicht, so ihr Ihn euch vorstellt als unbarmherziges Wesen mit Prinzipien, die jeglicher Liebe entbehren. Wie eine Henne ihre Küchlein lockt, um sie zu schützen vor der Gefahr, so auch bin Ich stets und ständig ein Rufer und Mahner und wie anders als durch Mein Wort, das Mich Selbst und Meine Liebe und Sorge um euch bezeuget? ....

O ihr Toren, die ihr glaubet, daß Meine Liebe geringer würde, daß sie sich jemals verausgaben könnte .... daß Ich, das Wort von Ewigkeit, einmal schweigen könnte, weil Ich schon einmal gesprochen habe zu euch .... Bedenket, wie schwach doch euer Glaube ist und wie ihr Mich messet mit irdischem Maß, wie ihr Mir die Schwächen und Mängel eines Erdenmenschen anhanget, dessen Liebe begrenzt ist, weil er noch unvollkommen ist.

Mein Wort wird stets ertönen, und jeder Mensch wird es hören können, der sich gestaltet nach Meinem Willen, der sein Herz zu einer Wohnung bereitet, in der sein Herr Aufenthalt nehmen kann .... Und so Er bei ihm ist, so Er ihm gegenwärtig ist, wird Er Sich auch äußern und zu ihm Worte der Liebe und der Weisheit sprechen, wie Ich es verheißen habe.

Und nimmermehr sollet ihr daran zweifeln, ansonsten auch Mein auf Erden gesprochenes Wort hinfällig wäre, das euch Meinen Geist verkündet hat bis an das Ende der Zeiten: „Ich bleibe bei euch bis an der Welt Ende ....“ „Mein Geist wird euch in die Wahrheit leiten ....“ Und so ihr einen tiefen lebendigen Glauben besitzet, werdet ihr Mich nicht ansehen als einen fernen Gott, sondern als einen überguten liebevollen Vater, Der immer mit euch verbunden sein und bleiben will und Den ihr dann auch vernehmen könnet, Der zu euch spricht immer, so ihr Ihn zu hören begehrt ....

Amen
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Maria
Aus der Ferne grüssend
« Antworten #1 am: 17. Mai 2012, 05:55:09 »

BD 8141  empfangen 1.u.3.4.1962
 
    
„Und das Wort ist Fleisch geworden ....“

„Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt ....“ Ich Selbst, das Ewige Wort, stieg zur Erde und nahm Fleisch an .... Es war ein Akt übergroßer Liebe und Barmherzigkeit, daß Ich Mich bewogen fühlte, die Verbindung aufzunehmen mit den Menschen, die endlos weit sich von Mir entfernt hatten, die nicht mehr fähig waren, Meine Stimme zu vernehmen, die Mein Wort in sich nicht mehr zu hören vermochten, die keinerlei Bindung mehr hatten mit dem Wort von Ewigkeit ....

Sie hatten selbst diese weite Entfernung von Mir verschuldet, und niemals mehr wäre es ihnen möglich gewesen aus eigener Kraft, diese weite Entfernung von Mir aufzuheben, niemals mehr wäre es ihnen möglich gewesen, Mein Wort so zu hören, wie es war im Anbeginn, als Ich Mich mit allen Meinen von Mir ins Leben gerufenen Geschöpfen austauschen konnte durch das Wort ....

Darum hat Meine Liebe Selbst die weite Entfernung überbrückt .... Ich kam Selbst zur Erde und nahm Fleisch an und suchte nun, in Verbindung zu treten mit Meinen Geschöpfen, um sie wieder anzusprechen und ihnen eine Brücke zu bauen, die zu Mir zurückführte in das Reich des Lichtes und der Seligkeit .... Ich Selbst bin das Wort von Ewigkeit, doch Ich hätte keinen Menschen offensichtlich aus der Höhe ansprechen können, um sie nicht in einen Zustand des Zwanges zu versetzen, die als freie Geschöpfe einst von Mir ihren Ausgang genommen hatten.

Sie sollten die Brücke zu Mir in aller Willensfreiheit betreten, und das konnte Ich nur erreichen durch Meine Ansprache, die aber nicht ungewöhnlich ertönen durfte, sondern wie ein von Mensch zu Mensch gesprochenes Wort klang. Und darum nahm Ich Fleisch an .... Ich bezog die menschliche Hülle Jesu und sprach nun in dieser die Menschen an .... Aber es war Mein Wort, das ihnen nun ertönte, und Ich konnte durch dieses Wort den Menschen den Weg aufzeigen, Ich konnte sie belehren und ihnen Meinen Willen kundtun, Ich konnte ihnen das Evangelium verkünden, die göttliche Liebelehre, die ihre Seelen wieder in den Zustand versetzen sollte, daß jeder Mensch selbst Mein Wort in sich vernehmen konnte, wenn dies sein ernster Wille war ....

Doch zuvor mußten die Menschen erlöst sein von Sünde und Tod, zuvor mußte die einstige Sündenschuld des Abfalles von Mir getilgt sein, auf daß dann die Bindung mit Mir gekrönt werden konnte mit der „Ausgießung Meines Geistes“ .... auf daß dann der Mensch selbst Meine Stimme wieder in sich vernehmen konnte, wie es war im Anbeginn .... „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt ....“

Wie wenige Menschen verstehen den Sinn dieser Worte; das Ewige Wort stieg Selbst zur Erde, denn die Menschheit war in größter Not, sie wußte nichts von ihrem elenden Zustand, von ihrer Lichtlosigkeit, von der geistigen Finsternis, in der sie wandelte .... Sie stand völlig abseits von Mir und tat nichts, um diesen weiten Abstand von Mir zu verringern. Und es konnte den Menschen nur geholfen werden durch Belehrungen, die der Wahrheit entsprechen .... Sie mußten erfahren von dem Willen ihres Gottes und Schöpfers, und dieser Wille mußte ihnen von Mir Selbst verkündet werden ....

Ich Selbst mußte sie ansprechen und konnte das nur durch einen Menschen .... Also verkörperte Ich Selbst Mich in diesem Menschen, und so nur war es möglich, in aller Wahrheit die Menschen zu unterweisen, sie auf ihren verkehrten Lebenswandel aufmerksam zu machen, ihnen Meinen Willen kundzugeben und ihnen das Leben vorzuleben, das sie selbst führen sollten, um wieder aus ihrer geistigen Finsternis herauszugelangen, um den Weg zu gehen, den Ich den Menschen aufzeigte, auf daß sie wieder zum ewigen Leben gelangen konnten. Denn sie waren von Meinem Gegner beeinflußt, der sie ständig zur liebelosen (3.4.1962) Lebensführung bewog, in der sie dann auch kraftlos waren und blieben und nichts für ihren Aufstieg gewinnen konnten. Ich habe Selbst ihnen den Beweis geliefert, daß sich die Liebe als Kraft auswirkte.

Ich habe die Kranken geheilt und auch andere Wunder gewirkt, die nur die Kraft der Liebe zustande bringen konnte .... Ich habe ihnen auch über die Folgen eines liebelosen Lebenswandels Aufschluß gegeben .... Denn Ich mußte den Menschen als erstes erklären, warum sie sich in körperlicher und geistiger Not befanden .... Ich mußte sie davon in Kenntnis setzen, daß ihr Zustand als Mensch kein seliger genannt werden konnte und was sie also tun sollten, um zur Seligkeit zu gelangen .... Und alles dieses mußten sie aus dem Munde Gottes vernehmen .... Mein Wort mußten sie vernehmen können, und also stieg das Wort Selbst zur Erde hernieder und nahm Fleisch an ....

Im Urzustand ertönte das Wort in einem jeden Wesen und war Anlaß unermeßlicher Seligkeit .... Und diese Seligkeit gaben die Wesen selbst hin, weil sie sich freiwillig entfernten von Mir und so also auch Mein Wort nicht mehr vernehmen konnten, weil dieses Wort eine direkte Liebeanstrahlung Meinerseits war, welche die Wesen aber nun zurückwiesen. Die übergroße Not der Menschen auf Erden bewog Meine Liebe und Barmherzigkeit, Mich Selbst ihnen zu nähern und ihnen trotz ihrer Abwehr im Wort entgegenzutreten .... Und wer nur ein Fünkchen Liebe in sich entzündete, der erkannte Mich auch und nahm Mein Wort an .... Er erkannte auch in Mir die Gottheit, und er folgte Mir nach .... Doch zumeist sah man in Mir nur den Menschen und wertete also auch Mein Wort nur als das eines Menschen ....

Ich war mitten unter ihnen, und sie erkannten Mich nicht .... Dennoch konnte Ich das Evangelium der Liebe verkünden, Ich konnte die göttliche Liebelehre den Menschen immer wieder vorstellen, und Ich konnte Mir Meine Jünger ausbilden und sie dann mit dem Auftrag hinaussenden in die Welt, Mein Evangelium zu verkünden und von Mir Selbst zu zeugen .... Es war das „Wort Selbst“ zur Erde gekommen, und Es hatte Fleisch angenommen zum Segen der Menschheit .... Und immer, wenn Mein Wort ertönet, neigt Sich Meine endlose Liebe und Erbarmung nieder zur Menschheit und verstrahlt Ihre Liebe in die Menschenherzen, die willig Mein Wort entgegennehmen, die es anhören und als Stimme ihres Vaters erkennen und die Mir dankbar sind für die große Gnadengabe .... Denn Ich Selbst bin das Wort von Ewigkeit, und wer Mich anhöret, der tritt mit Mir Selbst in engste Verbindung, und er wird auch sein letztes Ziel auf dieser Erde erreichen, er wird den gänzlichen Zusammenschluß finden mit Mir, seinem Gott und Vater, zu Dem er endgültig nun zurückgekehrt ist und ewig selig sein wird ....

Amen
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Maria
Aus der Ferne grüssend
« Antworten #2 am: 17. Mai 2012, 06:22:03 »

BD 5274  empfangen 16.12.1951
 
    
Das lebendige Wort ....

Alle Meine Worte sind Leben .... Denn Ich Selbst bin in jedem Wort, das aus der Höhe zu euch herniedergeleitet wird .... Ich will Verbindung haben mit Meinen Geschöpfen und schaffe diese Verbindung durch Mein Wort. Ich Selbst kann Mich euch durch Mein Wort offenbaren, und ihr erlangt durch Mein Wort Kenntnis von Mir. Jedes Wort von Mir strahlt Meine Liebe aus, die euch, Meinen Geschöpfen, gilt seit Ewigkeit. Mein Wort ist Leben und lässet wieder Leben erstehen ....

Denn alles Erschaffene wird erst wahrhaft lebendig durch Mein Wort, weil dieses die erschaffenen Wesen zur Tätigkeit antreibt und freie Tätigkeit Leben bezeuget. Ich bin euer Lehrmeister, Ich will euch verständlich zu machen suchen, wie ihr wollen, denken und handeln sollet, um zum wahren Leben zu gelangen, und Ich kann dies nur, indem Ich zu euch spreche, indem Ich Meinen Willen in euch zu pflanzen suche durch Mein Wort, das euch Kenntnis gibt von Meinem Wesen, Meiner Liebe, Weisheit und Kraft, von Meinem Willen, den auch ihr euch zum eigenen Willen machen sollet.

Mein Wort soll eine völlige Wandlung vom Tode zum Leben bewirken .... Tot nenne Ich aber nicht in diesem Falle etwas völlig Lebloses, sondern nur das von Mir Erschaffene, das sich selbst lebendig gestalten soll, um höchste Vollkommenheit zu erreichen .... Denn Leben ersteht durch eine im freien Willen recht genützte Kraft, und diese Kraft, die euch zum Leben erwecken soll, ist Mein Wort .... Ich rede wie ein Vater zu seinen Kindern und ermahne sie, das oder jenes zu tun um eines Zieles willen.

Es muß Mein Wort auch seine Wirkung haben, doch Ich stelle es Meinen Geschöpfen frei, ob sie dessen Wirkung an sich verspüren wollen. Denn auch das gehört zum wahren Leben, daß es kein Zwangsmittel ist, dem sich Mein Geschöpf nicht entziehen kann.

Ich komme im Wort immer und immer wieder zu den Menschen, zu den Geschöpfen, die Meine Kinder werden sollen .... Ich stelle ihnen immer und immer wieder ihren derzeitigen Zustand vor und das herrliche Ziel, für das sie bestimmt sind, und Ich suche durch Mein Wort das Verlangen in ihnen zu erwecken, jenes Ziel zu erreichen. Darum spreche Ich mit Meinen Geschöpfen, weil sie sonst nicht ihren freien Willen gebrauchen würden, weil sie sonst ewig wohl Meine Geschöpfe blieben, doch zum eigenen Leben als Meine rechten Kinder niemals kommen könnten.

Meine Worte aber bergen das Leben in sich, und wer sie aufnimmt in das Herz, der wird auch bald eine Umwandlung seiner selbst spüren, er wird die Wiedergeburt seiner Seele erleben, er wird ein neues Leben eingehen, er wird die Bindung mit Mir ununterbrochen bestehenlassen, er wird sich in einen großen geistigen Lebensprozeß einschalten, wo ständige geistige Tätigkeit neues Leben erzeugt, er wird selbst das ewige Leben gewinnen, er wird mit dem „Wort von Ewigkeit“ innigste Fühlung nehmen .... er wird in und mit Mir leben in Ewigkeit ....
Amen

 
Gespeichert
Maria
Aus der Ferne grüssend
« Antworten #3 am: 18. Mai 2012, 08:22:49 »

BD 2190  empfangen 19.12.1941
   
     

Reines Wort Gottes ....

Das Wirken des Geistes im Menschen wird nicht anerkannt, wenngleich der Mensch gläubig ist, weil es ihm unvorstellbar ist, daß Gott Selbst Sich äußert in offensichtlicher Weise. Er glaubt wohl an Seine Allmacht und an Seine Liebe .... er glaubt, daß Gott alles kann, was Er will .... aber er glaubt nicht, daß Er will .... er glaubt nicht, daß Gott die Verbindung herstellen will mit den Menschen und daß Er Sich ihnen mitteilen will.

Würde er diesen Glauben in sich lebendig werden lassen, dann wäre ihm auch Sein Wirken verständlich. Er glaubt ferner nicht, daß Gott Sich eines Menschen bedienet, der uneingeweiht ist in die göttliche Lehre, und er nimmt das Recht, Seine Offenbarungen entgegenzunehmen, für sich in Anspruch. Er kann aber erst dann bedacht werden mit göttlichen Offenbarungen, wenn er es glaubt, daß Gott Sich den Menschen offenbart.

Denn erst der Glaube macht das Wirken des Geistes im Menschen möglich. Daß Gott im Menschen wirkt, der an Ihn glaubt, ist nur wenigen Menschen verständlich .... Es ist dies eine Lehre, die sehr wenig beachtet wird und deshalb das Wirken des Geistes im Menschen ausschaltet.

Es wird selten ein Mensch lauschen, ob er die Stimme Gottes in sich vernimmt .... Und da er nicht horchet, wird Gott auch nicht reden, und also kann Sein Geisteswirken nicht offenbar werden.

Selbst wenn der Mensch davon in Kenntnis gesetzt wird, macht er nicht den Versuch, weil er nicht glaubt, und er kann daher die Stimme Gottes nicht vernehmen, wenngleich sein Lebenswandel ist vor Gott .... wenngleich ihm die Würdigkeit nicht abgesprochen werden kann .... So er nicht lauschet nach innen, gibt sich der Geist aus Gott nicht kund. Und lauschen wird er erst, wenn er vollgläubig ist, daß Gott zu ihm spricht.

Gott ist das Wort .... das Wort aber will vernommen werden, und es kann erst dann wirksam sein, wenn es angehört wird.

Um es aber hören zu können, muß der Wille sich bereit erklären zu horchen. Wo dieser Wille aber versagt, dort kann Gott Sich nicht äußern, will Er nicht die freie Entscheidung des Menschen gefährden. Vom Willen des Menschen also ist es abhängig, ob der Geist aus Gott in ihm wirksam werden kann, der tätige Wille aber ist erst die Folge des Glaubens ....

Gott kann alles, was Er will, und Er will alles, was dem Menschen dient zum Heil seiner Seele. Wirkt nun der Geist Gottes im Menschen, so gibt Er ihm den göttlichen Willen kund, und das Erfüllen dieses Willens wird immer der Seele zum Heile gereichen. Folglich ist das Wirken des Geistes begründet in der unendlichen Liebe Gottes. Diese Liebe wird alles tun, um dem Menschen zu helfen, daß seine Seele ausreife. Es wird Gott immer wollen und Seinen Willen auch zur Ausführung bringen kraft Seiner Allmacht. Es ist der Mensch aber erst dann vollgläubig, wenn er die unendliche Liebe Gottes und Seine Allmacht und Weisheit anerkennt, und dann wird es ihm ein leichtes sein, das Wirken des Geistes im Menschen in Form göttlicher Offenbarungen anzuerkennen. Und erst, wenn er dies glauben kann, ist er selbst fähig, solche Offenbarungen entgegenzunehmen, sowohl gedanklich als auch hörbar .... Denn dann wirket auch in ihm der Geist aus Gott, weil er gläubig ist ....

Amen

Gespeichert
Maria
Aus der Ferne grüssend
« Antworten #4 am: 18. Mai 2012, 09:20:47 »

BD 6820  empfangen 1.5.1957
   
     

Gottes Ansprache hört die ganze geistige Welt ....

Auch das, was ihr in der Tiefe eures Herzens spüret, ist Mein zu euch gesprochenes Wort, jedoch nur unter der Voraussetzung, daß euer Wille, eure Gedanken Mir zugewendet sind.

Und darum kann jeder Mensch, der Mich sucht, der sich Mir verbinden will, der also seinen Willen nicht wider Mich gerichtet hat, dessen gewiß sein, daß Ich zu ihm spreche in Form von Gedanken, denn Ich weiß um jede innerste Herzensregung, und ebenso lege Ich ihm die Antwort in das Herz .... und so er nur dessen achtet, was ihn innerlich bewegt in dieser Verbundenheit mit Mir, in stiller Zwiesprache, in Zeiten innerer Sammlung, wird er auch stets recht denken und das Rechte tun.

Ihr könnet euch unbesorgt auf Mich verlassen, wenn ihr euch an Mich wendet, sei es in fragenden Gedanken oder Bitten, denn Ich weiß um diese und verschließe nicht Mein Ohr, weil Ich überaus gern solche Fragen höre, um sie beantworten zu können.

Und so sei es euch gesagt, daß nichts im Leben Zufall ist, daß alles seinen Zweck hat, daß auch das kleinste Geschehen Meinem ewigen Heilsplan sich einfügt und daß nur der Mensch selbst seinen Nutzen daraus ziehen soll, was ihm begegnet.

Und so wird auch niemals eine Ansprache von Mir sinn- oder zwecklos sein, alles, was Ich euch sage, höret nicht nur ihr selbst, sondern die ganze geistige Welt, die Mein Wort zu hören begehrt.

Und also sind auch fragende Gedanken in euer Herz euch eingeflüstert worden von jenseitigen Wesen, die gleichfalls eine Antwort hören möchten und die mit dem nun gewonnenen Wissen wieder arbeiten, weil sie nur die Wahrheit verbreiten, sowie sie einmal zur Tätigkeit im geistigen Reich zugelassen worden sind. Und es fragen sich oft jene Seelen, weshalb die Erde in so tiefes Dunkel gehüllt ist, und auch sie müssen belehrt werden, daß die Menschen selbst die Finsternis verschuldet haben und daß sie selten nur bereit sind, Licht einstrahlen zu lassen in die Dunkelheit.

Denn die Seelen im geistigen Reich wissen es, daß nur die Wahrheit beseligen kann, und sie können es darum nicht verstehen, warum die Menschen sich diese Seligkeit verscherzen .... Und immer wieder muß ihnen also Aufklärung gegeben werden, daß der Menschen Wille selbst sich gegen die Wahrheit wehrt durch Beeinflussung Meines Gegners, der weit eher Zutritt zu ihnen findet als Ich, Der Ich die Menschen beglücken möchte.

Das Licht aber wird ständig zur Erde geleitet .... Aber den Menschen steht es frei, es anzunehmen oder abzulehnen. Was aber auf Erden geringgeschätzt wird, das wird im geistigen Reich mit wahrem Hunger entgegengenommen, und selig sind alle Wesen über jeden Lichtstrahl, der ihnen leuchtet ....


Und so kann wohl auf Erden ein Gnadenschatz unausgewertet bleiben, im Jenseits aber wird er als das Köstlichste begehrt und verwertet. Ihr aber, die ihr auf Erden ernstlich bestrebt seid, Meinen Willen zu erfüllen, ihr könnet in euren Herzen jederzeit Meine Ansprache vernehmen .... Auch ihr könnet Fragen stellen und sie Mir zur Beantwortung überlassen .... Und es werden sich eure Gedanken erhellen, ihr werdet bald selbst euch die Antwort geben können, denn ihr habt sie empfangen von Mir Selbst, Der Ich durch das Herz euch anspreche immer, wenn ihr Mich zu hören begehrt.

Doch in tiefster Demut sollet ihr euch an Mich wenden .... Ihr sollet euch stets fühlen wie unwissende Kindlein, die vom Vater belehrt werden müssen, ihr sollet niemals glauben, wissend zu sein, wenn ihr nicht zuvor von Mir Selbst belehrt worden seid. Aber ihr brauchet nicht unwissend zu bleiben, denn Ich bin stets bereit, euch aufzuklären, wie Ich auch allen Seelen im geistigen Reich das gleiche Wissen vermittle, die danach verlangen. Denn Wissen ist Seligkeit, und Ich will, daß ihr selig seid, daß ihr hell und klar erkennet die Wahrheit, auf daß ihr nun auch mit dieser Wahrheit arbeiten könnet für Mich und Mein Reich ....

Amen


   
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Maria
Aus der Ferne grüssend
« Antworten #5 am: 19. Mai 2012, 15:00:01 »

BD 5469  empfangen 23.8.1952
 
    
Jeder kann Gottes Ansprache hören .... In Form von Gedanken ....

Ich vermittle euch Worte der Liebe, des Trostes und des Zuspruchs, und Ich gebe euch allzeit Aufklärung, wo es euch an Wissen mangelt, nur müsset ihr selbst die Verbindung mit Mir herstellen, ansonsten Ich nicht zu euch sprechen kann .... Meine Ansprache wird aber nicht immer euch hörbar ertönen, sondern eure Gedanken werden sich merklich so formen, wie Ich zu euch reden will, wenn ihr nur darauf achtet und so lange harret, bis euch also Meine Mitteilungen zugegangen sind.

Denn eines will Ich euch sagen: Sowie ihr nur an Mich denket, mit Mir sprechet im Gebet oder Mich anrufet um Hilfe, ist Meine Liebe schon bei euch .... Ihr sprechet nicht ins Leere, sondern Ich vernehme alle eure Gedanken und antworte euch auch.

Wenige Menschen aber warten diese Meine Antwort ab, wenige Menschen sind so tief gläubig, daß sie überzeugt sind von Meiner Gegenäußerung, und darum kann Ich Mich dem Menschen nur selten kundgeben, daß er in seinen Empfindungen und Gedanken Meine klare Antwort erkennt .... Kein einziges Wort geht verloren, das ihr in tiefer Andacht Mir zurufet, und kein einziges Wort lasse Ich unbeantwortet ....


Eure Seele aber lässet sehr oft an sich vorübergehen, was sie zutiefst beglücken würde. Ihr habt das geistige Ohr noch nicht geschult und vernehmet daher Meiner Liebe Gegenäußerung nicht .... Ihr alle, die ihr euch Mir verbindet in innigem Gebet, ihr könnet euch angesprochen fühlen von Mir .... wollet ihr aber auch Meine Ansprache verstehen, nach der ihr alle euch sehnet, dann müsset ihr euer geistiges Ohr schulen, und das ist eine Aufgabe, die ihr euch alle stellen solltet, weil sie euch das irdische Leben gar sehr erleichtern würde, denn es ist wahrlich beseligend, Meine Ansprache vernehmen zu können, die euch allen ohne Ausnahme gilt, die ihr mit Mir innige Zwiesprache haltet.

Ihr alle würdet viel Kraft und Trost dieser Meiner Ansprache entziehen, die immer nur als Empfindungen und Gedanken von euch vernommen wird, die euch innere Ruhe und das Gefühl der Geborgenheit geben könnte, ihr also wahrhaft getröstet und gestärkt wäret von Meiner Vaterliebe, die unausgesetzt allen Seinen Kindern gilt. Darum, wenn ihr betet zu Mir im Geist und in der Wahrheit, verharret danach in Mir zugewandtem Denken, und ihr werdet Meine Gegenwart fühlen, und eure Seele wird entgegennehmen, was Meine Vaterliebe ihr zugedacht hat .... Denn Ich neige Mich allen zu, die Mich anrufen, die innige Zwiesprache halten mit Mir, und will ihnen geben, was immer sie beglückt ....


Amen
Gespeichert
Maria
Aus der Ferne grüssend
« Antworten #6 am: 19. Mai 2012, 15:14:32 »

BD 3596  empfangen 6.u.7.11.1945
 
    
Gott ist das Wort .... Gegenwart Gottes .... Verschiedenes Zuleiten des Wortes ....

Und also bin Ich im Wort mitten unter euch, wie Ich es verheißen habe.

Ich lasse euch nicht allein, und Meine Gegenwart sollet ihr auch spüren, und so trete Ich im Wort euch nahe, denn das Wort bin Ich Selbst, und wer Mein Wort hat, der kann auch von Meiner Gegenwart sprechen und sich sicher fühlen in Meiner Nähe.

Ich Selbst bin ein Geist, Der nicht materiell gebunden ist in einer Form, sondern Kraft und Licht in höchster Potenz ist, und Der durch Seinen Willen und Seine Denkfähigkeit als Wesenheit angesprochen werden muß, Die in Liebe und Weisheit wirket und also Licht und Kraft ausstrahlen lässet in die Unendlichkeit. Und Meine Liebe gibt der Kraft und dem Licht eine Form, auf daß ihr Menschen ihrer inne werdet, die ihr noch nicht reif genug seid, um Kraft und Licht in seiner Ursubstanz zu empfangen ....

Und diese Form ist Mein Wort, das Ich euch vermittle, auf daß ihr die Reife erlanget .... Ein Geist, der in sich Licht und Kraft ist, kann auch nur in Form von Licht und Kraft gegenwärtig sein, und also muß Mein Wort, die Ausstrahlung Meiner Selbst, Licht und Kraft in sich bergen, und dies kennzeichnet Meine Nähe. Und also habe Ich euch die Verheißung gegeben, unter euch zu weilen bis an das Ende der Welt .... indem Mein Geist ständig bei euch ist, die ihr Licht und Kraft empfangen wollt .... indem euch ständig Mein Wort zugeht, unmittelbar von Mir ausgehend, um euch Meine Gegenwart kundzutun.

Ich bin bei euch .... und ob Ich auch nicht sichtbar bei euch weile, so habt ihr doch einen Beweis Meiner Gegenwart in euren Händen, so ihr Mich im Wort erkennt.

Denn Ich Selbst bin das Wort .... und ihr empfanget es unausgesetzt, sowie ihr Mich und Meine Nähe begehret.

Wer Mich also erkennt im Wort, der wird auch tief beglückt sein ob Meiner Nähe, und jeder Zweifel, jede Bangigkeit und jede Sorge wird abfallen von ihm, weil er den Einen neben sich weiß, Der ihm helfend beisteht in jeder Not des Leibes und der Seele. Mein Wort ist sonach Kraft- und Segen-spendend, denn wer Mein Wort begehrt, der öffnet Mir die Tür seines Herzens, durch die Ich nun eintreten kann, um Wohnung zu nehmen bei ihm.

Und Ich verlasse ihn ewiglich nicht mehr, so sein Wille einmal Mir gilt und er Mich im Wort erkannt hat. Denn das Wort ist die Form, durch die Ich Mich äußere, durch die der vollkommenste Geist von Ewigkeit Sich kundgibt den unvollkommenen Wesen, um sie zur Vollkommenheit zu führen .... Ich bin euch nahe .... Was zaget und banget ihr dann noch, die ihr Mein Wort habt, die ihr es direkt empfanget oder durch den Mund des Empfängers vernehmet ....

Ich bin bei euch allen, weil ihr durch das Verlangen nach Meinem Wort Mir eure Liebe beweiset .... (7.11.1945) Und das sei euch gesagt, daß erst das Zuströmen Meines Wortes euch den sicheren Beweis gibt, daß Ich Selbst bei euch bin. Wer Mich nicht zu hören begehrt, der verlangt nicht nach Meiner Nähe, ihn drängt nicht das Herz zu Mir, denn dieses würde Verlangen tragen nach der Äußerung Meiner Liebe, nach einem Beweis der Gegenwart.

Es kann das Verlangen nach Meinem Wort wohl verschiedener Art sein .... es kann der Mensch getröstet und gestärkt sein wollen durch geistigen Zuspruch, er kann sein Wissen bereichern wollen auf geistigem Gebiet, er kann auch in Dankbarkeit Meiner gedenken und Mir diese zum Ausdruck bringen wollen und darum Meine Nähe begehren, er kann in inniger Zweisprache mit Mir verbleiben wollen und in Gedanken Mein Wort aufnehmen .... jedoch immer muß sein Sinn geistig gerichtet sein, dann werde Ich Mich auch finden lassen, sein Ruf wird Mich zu sich ziehen, und durch Mein Wort werde Ich Mich kundtun, weil anders der Mensch Meine Nähe nicht ertragen könnte.

Und Mein Wort wird gleichfalls in verschiedener Weise ihm zugehen .... durch direktes Wirken des Geistes in ihm, daß er fähig ist, Meine Stimme selbst zu vernehmen .... durch Vermittlung eines direkten Empfängers, der in Meinem Auftrag ihm Mein Wort verkündet, oder auf dem Wege einer gedanklichen Übertragung von Wissen aus dem geistigen Reich .... durch Lesen Meines zur Erde geleiteten Wortes .... durch geistige Unterhaltung mit Mitmenschen .... immer werde Ich Mich eines verlangenden Herzens annehmen, immer werde Ich Selbst bei denen sein, die Mich vernehmen wollen, denn Ich Selbst bin das Wort, und also weile Ich Selbst mitten unter den Menschen, so sie Mein Wort hören im ernsten Willen, Mich zu sich sprechen zu lassen.

Dann biete Ich ihnen das Brot des Himmels dar, Mein Fleisch und Mein Blut .... Und so sie Mich Selbst also essen und trinken, müssen sie auch aufs innigste mit Mir verbunden sein .... so sie Mein Wort aufnehmen im tiefen Glauben, daß Ich Selbst das Wort bin, nehmen sie Mich auf in ihre Herzen, und Ich werde sie ständig mit Meiner Gegenwart beglücken .... Denn Ich gab euch die Verheißung, bei euch zu bleiben bis zum Ende der Welt, und Meine Verheißung erfüllet sich aufs Wort, weil Mein Wort Wahrheit ist und bleiben wird bis in alle Ewigkeit ....

Amen

 
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Maria
Aus der Ferne grüssend
« Antworten #7 am: 19. Mai 2012, 16:00:07 »

Auszüge aus der Geistigen Sonne empfangen durch Jakob Lorber


[GS 1.57.9]Du kannst nicht irgendwohin in einen Himmel kommen, sondern du mußt dir deinen Himmel selbst bereiten. Der Same zum Himmelreich ist das Wort Gottes; wer dasselbe in sich aufnimmt und darnach tätig wird, der hat dieses himmlische Samenkorn in sein Erdreich gelegt, und der Himmel wird aus ihm gleich einem Baume erwachsen.

 


[GS 1.57.10] Nun höre weiter! Als wir an das Tor des Palastes kamen, da sahst du dasselbe geziert, mit Diamanten, weil du das Wort in dir aufgenommen hast, und mit Rubinen, weil du nach dem Worte tätig geworden bist. Das waren somit noch lauter äußere Samenkörner. Der ganze Palast aber stellte dein gesamtes Leben dar und sonach das Tor mit den Diamanten und Rubinen, daß du dir den Eingang in dich selbst mittels des Wortes Gottes verschafft hast.

 


[GS 1.57.11] Wir gingen durch das Tor; was will das sagen? Siehe nichts anderes als: wir sind eingegangen in dein und euer aller Inneres, oder wir sind eingegangen in des Wortes inwendigen Sinn. Das Wort aber ist nicht etwa ein leeres Wort und ist nicht nur also wahr, als so jemand sagte: eins und eins sind zwei, sondern das Wort ist wesenhaft wahr! Und solches alles, was du hier erblickst, und noch unendlichfach Mehreres und Tieferes ist schon also in dem göttlichen Worte geschaffen vorhanden, wie da in einem einzigen Samenkorne eine zahllose Menge von Pflanzen oder Bäumen nebst ihren Früchten schon geschaffen vorhanden ist, nur mit dem Unterschiede, daß ein Samenkorn immerwährend dasselbe von sich gibt, was es in sich trägt, ohne eine besondere Formveränderung, während das Wort Gottes, als Same des Himmels, sich in einer unaussprechlichen Mannigfaltigkeit ausspricht. Warum? Weil das Wort Gottes ein vollkommener Same ist. – Ich meine nun, mein lieber Freund, wenn du dieses recht beachtest, so wirst du wohl mit der leichtesten Mühe diese gegenwärtige Erscheinung begreifen.

 


[GS 1.57.13] „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerem Schaugepränge, sondern es ist inwendig in euch.“ Ja, es wird mir jetzt gar manches klar. Ich fange auch an, zu begreifen, aus welchem Grunde du im obigen Scheinhimmel scheinbar einen Text des Apostels Paulus in den Johannes übertrugst. Der Paulus ist wohl auch eine Pforte, an welcher die Samenkörner des Wortes Gottes in der größten Prachtfülle angebracht sind, aber im Johannes, ja im ganzen Johannes leuchtet nun die Fülle der Gottheit in Christo wesenhaft hervor! Ich meine, Paulus spricht solches wohl in einem Texte aus. Das kommt mir vor wie ein Same. Johannes aber spricht solches in der Fülle aus, und das ist schon eine Pflanze. – Habe ich recht?


[GS 1.57.14] Der vermeintliche Tafeldiener spricht: Ja, du hast recht, und siehe, was du siehst, ist wohl der erste Trieb. Willst du das völligere Gedeihen dieses ersten Triebes erschauen, so gehe immer tiefer in deine dritte Phantasie ein, und du wirst bald die Früchte dieser herrlichen Anpflanzung in voller Reife ernten!

[GS 1.57.15] Unser Hauptredner spricht: Ja, lieber Freund, ja, du hast vollkommen recht; es geht mir hier wahrlich nichts mehr ab als mein alleiniger, von mir über alles geliebter Christus! Wenn ich nur Den einmal in meine Hand bekäme, da möchte ich meinem Herzen Luft machen, wie es sich nicht leichtlich jemand zu denken vermöchte.

[GS 1.57.16] Der vermeintliche Tafeldiener spricht: Bleibe nur in deiner Verfassung, denn ich sage es dir: Du bist dieser Luftmachung näher als du glaubst! – Wahrlich, wenn du Christum recht ergreifen wirst, so wird Er auch bei dir sein!
« Letzte Änderung: 20. Mai 2012, 05:32:21 von Maria » Gespeichert
Maria
Aus der Ferne grüssend
« Antworten #8 am: 20. Mai 2012, 05:30:12 »

Empfangen durch Jakob Lorber

58. Kapitel – Die Sehnsucht nach dem Herrn. Ein Liebes-Examen. Das heilige Ziel.


[GS 1.58.1] Unser Hauptredner spricht: Lieber Freund und Bruder! Diese deine letzten Worte klingen wohl überaus tröstend; nur möchte ich dagegen bemerken, daß es mit dem rechten Ergreifen Christi sicher so lange einen etwas verdächtigen Umstand haben wird, bis Er vor mir stehen wird. Denn was da mein Herz betrifft, so habe ich Ihn mit demselben schon gar lange, wie auch diese ganze Gesellschaft, ergriffen; aber trotzdem wollte sich der liebe Christus von uns nicht wesenhaft ergreifen lassen. Und so brennen wir jetzt auch alle für Ihn und möchten Ihn ergreifen und Ihn dann vor lauter übermäßiger Liebe ewig nimmer lassen, nur fehlt zu dieser für uns allerseligsten Unternehmung nichts mehr und nichts weniger als eben der zu ergreifende Hauptgegenstand Selbst!

[GS 1.58.2] Gut wäre es, lieber Freund, ja übergut, Christum aus allen Kräften zu ergreifen, ja mein ganzes Wesen und meine Hände sind seligst lüstern darnach; aber nur da soll Er sein, oder Sich wenigstens in dieser Gegend irgendwo auffinden lassen! Fürwahr, wenn es auf mich ankäme, so würde ich mir nichts daraus machen, aus Liebe zu Christo noch aus tausend solchen Himmeln hinausgeworfen zu werden; und mit dem obern Himmel hätte es wohl gar schon seine geweisten Wege. Wenn ich demnach nur versichert wäre, bei der tausendmaligen Hinauswerfung aus den Himmeln gerade zu den Füßen Christi geworfen zu werden. Aber wenn man dessen nicht vollends sicher ist, so gleicht meine Liebe zu Christo noch immer mehr oder weniger einem vergeblichen Umsichherschnappen nach dieser allerseligsten Lebensluft, wie wenn man sich in einer Sphäre befinden möchte, da entweder keine oder nur sehr wenig Lebensluft vorhanden ist.

[GS 1.58.3] Der vermeintliche Tafeldiener spricht: Hast du denn hierzu wenig Luft zum Atmen, weil du also sprichst, als müßtest du nach der Lebensluft schnappen?

[GS 1.58.4] Unser Hauptredner entgegnet: Mein lieber Freund und Bruder, ich will doch nicht meinen, daß du mich unrecht verstehen solltest, denn es gibt eine zweifache Lebensluft, das heißt, lieber Freund und Bruder, nach meinem Verstande gesprochen. Eine Lebensluft, die hier in reichlicher Fülle vorhanden ist, ist die für den Lebensbedarf der Lunge; diese meine ich aber nicht. Das Herz aber ist auch ein höher atmendes Wesen, das heißt, wie ich es denn verstehe, es atmet nämlich Liebe aus und will daher auch wieder Liebe einatmen.

[GS 1.58.5] Siehe, als ich noch als ein Mensch auf der Erde lebte, da ward ich, wie schon einmal bemerkt, in ein weibliches Wesen stark verliebt. Für meine Lunge hatte ich in diesem Zustande wohl überall genug Luft zum Einatmen. Wenn ich aber nicht in der Nähe dieses meines geliebten Gegenstandes mich befand, da war es mir dennoch trotz der Fülle der Lungenluft zum Ersticken. Befand ich mich aber wieder in der vollen Nähe meines geliebten Gegenstandes (du mußt es mir nicht verargen, wenn ich mich hier vielleicht eines unpassenden Ausdruckes bediene), da wäre mir die Luft, wenn es nicht anders hätte sein können, sogar eines Abtrittes zu einem wohlduftenden Äther geworden.

[GS 1.58.6] Siehe, gerade so geht es mir auch hier und dieser ganzen Gesellschaft sicher nicht um ein Haar besser denn mir. Ich sage dir, räume alle diese himmlischen Herrlichkeiten hinweg und setze an diese Stelle, wo sich nun dieser Prachttempel befindet, eine ganz gemeine Bauernhütte. Gebe mir statt dieser weichen Prachtkleider eine ganz ordinäre Bauernjacke und schaffe für all diese üppigen Fruchtbaumalleen ganz dürftige Bäume und etwa ein mäßiges Korn- und Weizenfeld hinzu; aber stelle Christum zu allem dem, so wirst du mich glücklicher machen, als wenn du mir noch tausend endlos herrlichere Gebiete hier zu dieser Aussicht hinzufügen möchtest.

[GS 1.58.7] Ja, ich will dir noch mehr sagen, was da mein Herz betrifft. Wenn ein solches Verhältnis möglich wäre, so wäre ich mit Christo auf dem armseligsten Erdwinkel, wenn dieser schon aussehen möchte wie eine Vorhölle oder gar die eigentliche Hölle selbst, noch ums Unaussprechliche glücklicher und seliger, als ohne Seine sichtbare, menschlich wesenhafte Gegenwart in dem allererhabensten und allerwundervollsten Himmel! Ich meine, lieber Freund und Bruder, das wird etwa doch klar genug gesagt sein.


[GS 1.58.8] Unser vermeintlicher Tafeldiener spricht: Mein geliebter Freund, ich habe dich ganz gut verstanden, nur kommt es mir vor, daß du deine Liebe zu Christo deiner sinnlichen Weltliebe gleichzustellen scheinst. Da meine ich, es muß die Liebe zum Herrn doch ganz anders gestaltet sein als wie die zu einer angehenden Braut. Und da meine ich denn, solange du solche Liebe in deinem Herzen nicht scheiden wirst, wirst du auch Christum nicht recht lieben; solange du Ihn aber nicht recht lieben wirst, da meine ich, wird Sich Christus auch bedenken, dir zu erscheinen oder völlig zu dir zu kommen.


[GS 1.58.9] Unser Hauptredner spricht: Mein lieber Freund, das ist viel leichter gesprochen als getan. Gebe in mein Herz noch eine zweite Liebe hinein, die des Herrn sicher würdiger sein wird, als diese da ist, in der ich jetzt lebe, und ich will diese alsogleich fahren lassen. Ich meine aber, wenn ich nun alle meine Liebe in mir vereinigt habe, auch diejenige, die ich einst zu meinem Weibe hatte, und habe diese vereinigte Liebe heimlich schon gar lange allein dem Herrn zugewandt, so, daß ich nun aus dem innersten Grunde meines Lebens sagen kann: Ich habe für Christus alles, was ich nur immer hatte, hergegeben; da kann ich ja vor der Hand doch nicht mehr tun. Wenn aber all diese Liebe des Herrn unwürdig ist, so habe ich dir ja eben gesagt: mir ist sie in jedem Augenblicke für eine des Herrn würdigere feil. Das aber kann ich beinahe unmöglich glauben, daß der Herr mit einer andern Liebe von unserer Seite will geliebt sein als gerade mit derjenigen nur, die Er Selbst in unser Herz gelegt hat.

 
[GS 1.58.10] Wenn ich aber zurückdenke an alle die Lieblinge des Herrn bei Seinen irdischen Lebzeiten, so hat Er allda dennoch diejenigen am liebsten gehabt, welche sich Ihm mit der ganz gewöhnlichen kindlichen Herzensliebe genähert hatten. Also war der Johannes, der den Herrn sicher gar oft kreuz und quer abgeküßt und selbst noch beim letzten Abendmahl sich förmlich verliebtermaßen an Seine Brust hingelegt hatte, Sein Liebling. Dasselbe war auch der Fall mit Maria, einer Schwester der Martha, und nicht weniger mit der Magdalena, die in Ihn doch förmlich verliebt war; welch letztere eben zufolge dieser großen Liebe Ihn nach der Auferstehung zuerst ersah.

 
[GS 1.58.11] Und das alleranschaulichste und handgreiflichste Beispiel hat der liebe Herr Christus ja bei der Gelegenheit gegeben, als man die kleinen Kindlein zu Ihm brachte, da er gesagt: „Lasset die Kleinen, und wehret ihnen nicht, zu Mir zu kommen, denn solcher ist das Himmelreich!“ Siehe, die Kindlein wußten sicher nichts von einer höheren, des Herrn würdigeren Liebe, sondern mit der ganz kindlich natürlichen Liebe umfaßten sie den allmächtigen Herrn Himmels und der Erde. Und dennoch sagte der Herr darauf zu Seinen Aposteln und Jüngern: „Wenn ihr nicht werdet wie diese Kindlein hier, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen!“


[GS 1.58.12] Siehe, lieber Freund, solches gibt mir nun den vollen Mut, den Herrn mit meiner natürlich-kindlichen oder kindischen Liebe zu lieben, und wer weiß, ob Ihm diese meine zwar an und für sich höchst einfache Liebe dennoch nicht, von meiner Seite aus betrachtet, angenehmer sein möchte, als vermöchte ich Ihn mit der allerreinsten Seraphsliebe zu lieben. Ich möchte Ihn ja wohl auch mit der Seraphsliebe lieben, wenn ich sie hätte! – Wahrlich, ich würde sicher in dieser Hinsicht mein Herz zu keiner Liebesparkammer machen; so aber muß ich auch mit dem lieben Apostel Petrus ausrufen: „Mein lieber Christus! Siehe, Gold und Silber habe ich freilich in meinem Herzen nicht; aber was ich habe, das möchte ich Dir wohl alles geben, wenn ich Dich nur hätte!“

[GS 1.58.13] Unser vermeintlicher Tafeldiener öffnet Seine Arme, breitet sie weit aus und spricht zu unserem Hauptredner, wie durch ihn auch zur ganzen Gesellschaft: Mein geliebtester Freund und Bruder! Ich habe dir ja gesagt: Erfasse du nur Christum recht, so wird Er auch da sein! – Du hast Ihn erfaßt, und so ist auch das eingetroffen, was Ich dir gesagt habe; denn Christus hat sich dir genaht, und du sollst fürder ewig nicht mehr aus Seiner Gesellschaft kommen, – und so denn magst du deinen Christus nach deiner Herzenslust umfassen!

[GS 1.58.14] Unser Hauptredner fragt den noch immer vermeintlichen Tafeldiener, in seinem Gemüte höchst liebeaufgeregt: O lieber Freund, wo, wo ist Er denn, auf daß ich und meine ganze Gesellschaft hinfallen möchten zu Seinen Füßen?

[GS 1.58.15] Und der vermeintliche Tafeldiener spricht: Freunde, Brüder! Hier steht Er vor euch; Ich bin es, den ihr in euren Herzen gesucht habet! Aber Ich war schon lange eher bei euch und habe euch gesucht und hierher gebracht. Also kommet denn her, und Ich will euch führen dahin, da Ich wohne unter denen, die Mich also lieben, wie ihr Mich liebet; denn wahrlich, Ich frage nicht nach Gold und Silber; aber nach der kindlichen Liebe zu Mir frage Ich! – Will Ich Pracht und Glanz, solches, Meine lieben Freunde und Brüder, steht wohl ewig in Meiner Macht, die ganze Unendlichkeit damit wunderprachtvollst auszuschmücken.

[GS 1.58.16] Ich bin aber ein wahrer Vater zu euch, Meine lieben Kindlein, und daher sind Mir eure Herzen auch mehr, in all ihrer kindlichen Einfachheit, denn alle Pracht der Himmel! Und so denn folget Mir! –

[GS 1.58.17] Nun sehet, wie sich jetzt plötzlich alles verändert hat. Unsere Gesellschaft umfaßt den Herrn, liebt Ihn und drückt ihre Herzen hin an den Vater, wie es die Kinder tun, wenn sie lange ihre guten Eltern nicht gesehen haben. Und der Herr führt sie wie ein guter Vater und lehrt sie unterwegs Selbst Seine Wunder kennen. Sehet, welche Seligkeit nun auf unserer Gesellschaft Angesichtern strahlet! Und unser Hauptredner macht noch einen Ausruf: O welche Reise ist das, wo der heilige Vater Seine Kinder hinführt, da Er wohnet! –


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Maria
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« Antworten #9 am: 20. Mai 2012, 05:46:52 »

Empfangen duch Jakob Lorber

59. Kapitel – Ankunft im ewigen Morgen. Beschränktheit der göttlichen Allmacht bei Erziehung des menschlichen Gemüts.

[GS 1.59.1] Ihr fraget hier wohl, ob wir uns diesem Zuge noch weiter anschließen sollen. Ich sage euch, auch dieses ist notwendig. Ihr müsset dieses ebenfalls vom Anfange an bis zum Ende sehen. Denn jetzt ist unsere Gesellschaft überaus selig überrascht und ist von der Liebe des Herrn zu sehr gefangengenommen. Erst am rechten Orte und an rechter Stelle wird diese erste Aufwallung des Liebegefühls geordnet werden, und da auch wird sich unser Hauptredner bei der besten Quelle noch um so manches erkundigen.

[GS 1.59.2] Denn solches ist namentlich allen besseren römischen Katholiken eigen, daß sie aus dem Grunde überaus lichtdurstig im Reiche der Geister und somit auch jetzt in dem wahren Himmel anlangen; daher sie auch tausend Fragen für eine haben, um sich in all ihren Winkeln Licht zu verschaffen, welche bei ihrem Leibesleben stets in großer Finsternis gehalten worden sind.

[GS 1.59.3] Sehet, wir sind dem rechten Platze schon ziemlich nahe. Unser wohlbekanntes Kleinhügelland lächelt uns schon wieder entgegen, und die Sonne des Himmels steht hier gar nieder und leuchtet ein wunderherrliches rötliches Licht, auch unsere Gesellschaft bemerkt solches und verwundert sich über die Einfachheit dieser vor ihnen liegenden Gegend.

[GS 1.59.4] Nun, da ist ja das uns bekannte Häuschen, und auch seine Bewohner sind uns schon bekannt. Sehet, wie sie liebefreundlichst und voll der höchsten Wonne dem Vater und der ganzen Ihm folgenden Gesellschaft entgegeneilen.

[GS 1.59.5] Der Vater empfängt sie ebenfalls mit offenen Armen und spricht zu ihnen: Sehet her, um wie vieles Ich schon wieder reicher geworden bin! Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert; sehet, also habe auch Ich gearbeitet und bringe Meinen Lohn mit Mir. Neue Brüder und neue Schwestern bringe Ich hierher, und sie sollen so wie ihr um Mich sein, damit Mein Wort erfüllt werde ewig, welches lautet: „Wo Ich bin, da sollen auch Meine Diener sein; und die Mich lieben, sollen bei Mir wohnen!“

[GS 1.59.6] Hier wendet Sich der Herr zu unserem früheren Hauptredner und sagt zu ihm: Nun, Mein geliebter Freund, Bruder und Sohn! Siehe, dahier ist so Mein Plätzchen; wie gefällt es dir? – Unser Hauptredner faßt sich und spricht: O Herr! Wie kannst Du mich um so etwas fragen? Da könnte ich wohl eher fragen, wie es Dir hier gefällt? Denn was mich betrifft, so wird es mir dort wohl ewig am allerbesten gefallen, wo Du bist und wohnst, und wo es Dir am allerbesten gefällt.

[GS 1.59.7] Wahrlich, hier sieht es ja nahe also aus, wie es bei uns armen Landleuten auf der Erde ausgesehen hat. Und was für eine herrliche Aussicht man da genießt! Da unten diese endlos weit gedehnte Ebene, mit welcher unaussprechlichen Pracht ist sie geziert! Städte und ungeheuer prachtvolle Paläste gibt es ja in einer ganz unfaßbaren Unzahl; und dieses herrliche Hügelland mit den niedlichen kleinen Wohnhäusern scheint dort nach vorwärts hin auch ewig kein Ende nehmen zu wollen.

[GS 1.59.8] Wie kommt es aber, daß die Ebene da unten dennoch so unaussprechlich prachtvoller erscheint als dieses Hügelland? – Aber ich bin noch ein armseliger Tropf; ich merke erst jetzt, daß ich mich schon wieder in tausend Fragen verloren habe, daher vergib mir!

[GS 1.59.9] Der Vater nimmt unseren Hauptredner bei der Hand und spricht zu ihm: Siehe, in dieser Gegend da unten wohnen gewöhnlich Menschen, welche durch den alleinigen Glauben an Mich ein vollkommen gerechtes Leben geführt haben. Darunter sind zuallermeist die sogenannten Protestanten und noch andere christliche Sekten. In dem weiteren Hintergrunde aber wohnen Heiden, die auf der Welt ihrem Glauben zufolge ein gerechtes Leben geführt und erst hier den Glauben an Mich angenommen haben. Dort, mehr in jenem Hintergrundsteile, der sich zwischen Mittag und Abend hinzieht, ist die Wohnung derjenigen katholischen Christgläubigen, welche sich teils römische, teils aber griechische Katholiken nennen, sich aber hier ohne Beschädigung ihres Lebens und ihrer Freiheit nicht völlig haben von ihren Irrtümern zu reinigen vermocht. Diese sind darum nicht etwa unselig, sondern sie genießen auch eine große Seligkeit, auch sind sie nicht etwa an ihre Gegend gebannt, sondern können nach einer tieferen Innewerdung des eigentlichen Grundwahren auch weiter vorwärts gelangen.

[GS 1.59.10] Du möchtest wohl wissen, worin solch ein Irrtum besteht? Siehe, ein solcher Irrtum besteht darin: Wenn jemand aus Gottesfurcht den Glauben wie genötigt annimmt und dann diesem Glauben getreu lebt, kann er Gott nimmer so recht liebend erfassen, weil er Ihn zu sehr fürchtet. Diese übertriebene Gottesfurcht ist sonach der kleine Irrtum, und dieser ist, ohne Beschädigung des Lebens und der Freiheit, nicht so leicht hinauszubringen. Du denkst dir freilich: Wie kann der Allmächtige solches sprechen? Siehe, wo es sich um die völlige Freiheit eines Wesens handelt, da muß Ich Selbst mit Meiner Allmacht hübsch daheim bleiben. Denn würde Ich diese gebrauchen, so wäre es mit einem solchen augenblicklich gar, und Ich würde dann statt frei lebender, denkender, wirkender und handelnder Kinder lauter gerichtete Maschinen haben, die sich stets unerbittlich gezwungen, aber nimmer freiwillig nach Meinem Willen bewegen würden. Ich kann daher nur da von Meiner Allmacht Gebrauch machen, wo sie fürs erste im höchsten Grade notwendig ist und dabei aber fürs zweite dennoch nie den freien Geist in seinem Erkennen und Wollen beschränkt.

[GS 1.59.11] So will Ich dir gleich ein Beispiel geben, auf welche Weise Ich von Meiner Allmacht Gebrauch mache.

[GS 1.59.12] Was die naturmäßige Welt betrifft und was überhaupt die Gestaltung aller Geschöpfe anbelangt, so sind sie Werke Meiner Allmacht. Wenn dann die freien Geister zufolge Meines Wortes und des darnach geführten Lebenswandels das Leben aus Mir in sich aufgenommen haben, so wirket Meine Allmacht, daß alles das, was die frei gewordenen lebendigen Geister als nutzwirkend Gutes und Wahres in sich erkennen, sie alsogleich reell zu ihrem freiwilligen Gebrauche im reichlichsten Maße erschauen und davon eben sogleich den freien Gebrauch machen können.

[GS 1.59.13] Diese untere Gegend ist zumeist ein solches Werk Meiner Allmacht und entspricht in allem dem Glaubenswahren und daraus hervorgehenden Nutzwirkenden, wie solches sich im Inwendigsten dieser seligen Geister vorfindet. Und also ist es der Fall allenthalben, wo du deine Augen nur immer hinwenden willst, entweder über den ganzen endlosen Mittag hin oder über den ganzen Abend hin, wie auch über den ganzen Norden hin.

[GS 1.59.14] Du fragst hier in deinem Gedanken: Ist denn solches nicht auch der Fall mit diesem ewigen Morgen? Nein, dieser steht unter einem ganz anderen Verhältnisse und ist in all seinen Teilen vollkommen unveränderlich fest also, wie eine jede naturmäßige Welt fest ist. Und die unerschütterliche Festigkeit des Morgens steht als inwendige ewige Grundfeste gegenüber der äußeren naturmäßigen Festigkeit. Der Grund davon aber liegt darin, weil fürs erste Ich Selbst in Meinem Wollen ewig unveränderlich bin; und was Ich einmal bestimmt gestaltet habe, das bleibt auch ewig also unveränderlich und bestimmt, wie unveränderlich und bestimmt Ich Selbst in Meinem ewigen Wollen bin.

[GS 1.59.15] Fürs zweite aber ist diese Gegend darum eine unveränderlich feste, weil Meine Kinder, die hierher zu Mir kommen, zufolge ihrer großen Liebe zu Mir in ihrem Wollen und in ihrem Erkennen vollkommen eins sind mit Mir, oder, mit andern Worten gesagt, weil sie sich völlig bis auf den letzten Tropfen gedemütigt und zufolge ihrer Liebe zu Mir ihren Willen völlig hintangegeben und an dessen Stelle Meinen ewig lebendigen in sich aufgenommen haben.

[GS 1.59.16] Daher auch wollen sie hier nichts anderes, als was Ich will. Mein Wille aber ist eine allerklarste, ewig festbestimmte Darstellung des Guten und Wahren. Daher ist denn auch diese Gegend, in der Ich mit den Meinen wohne, eine vollkommen unveränderlich feste und ist in ihr nirgends eine Täuschung. Was du hier ansiehst, das ist auch vollkommen so von innen, wie von außen. Alle die Pflanzen, die Bäume, die Früchte, die Getreidefelder sind hier nicht bloß erscheinliche Entsprechungen, sondern sie sind vollkommene bestimmte Realitäten. Wenn du hier von einem Orte zum andern gehst, so kannst du deine Schritte zählen, und du wirst hin und her dieselbe Entfernung finden.

[GS 1.59.17] Du fragst mich wohl, ob diese Festigkeit mit der Festigkeit der Welt etwas gemein hat? Die Festigkeit dieser Himmelswelt hat mit der Festigkeit der materiellen Welt durchaus nichts gemein, denn die Festigkeit der Welt ist ebenfalls nur eine scheinbare, und dauert für einen betreffenden Geist nur so lange, als er ein Bewohner der Materie ist, hat er aber die Materie verlassen, dann vergeht für ihn auch deren Festigkeit. Aber nicht also ist es hier; denn diese Festigkeit ist eine wahre Festigkeit und ist unveränderlich und unzerstörbar für alle Ewigkeiten der Ewigkeiten, weil sie ist ein vollkommener Ausdruck Meiner ewigen Vaterliebe!

[GS 1.59.18] Du fragst, wie weit diese Gegend wohl geht? Mein lieber Freund, Bruder und Sohn! Diese Gegend, wie du sie gegen den Morgen hin erschaust, hat fürder ewig nimmer ein Ende und ist sonach so groß, daß, wenn auf allen unendlich vielen Weltkörpern ewighin Menschen geboren werden und alle kommen möchten in diese Gegend, so würden sie nach dem Verlaufe von tausend Ewigkeiten im Verhältnisse zu der Größe dieser Gegend noch nicht mehr betragen, als ein Sandkörnchen beträgt im Verhältnisse zu der Unendlichkeit des ewigen Raumes.

[GS 1.59.19] Du fragst Mich nun wohl, wie Ich solches alles übersehen kann, und ob diejenigen, so von hier endlos weit gegen den tieferen Morgen hin wohnen, Mich wohl je zu sehen bekommen? – Mein lieber Freund, Bruder und Sohn! Auch solches will Ich dir sagen; denn Meinen Kindern soll nichts vorenthalten sein! –
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Maria
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« Antworten #10 am: 20. Mai 2012, 06:04:30 »

Empfangen durch Jakob Lorber

60. Kapitel – Die ureigentümliche Gott-Sonne. Erklärung der persönlich wesenhaften Allgegenwart des Herrn. Vorbereitung zum Vatertisch.

[GS 1.60.1] Da sieh einmal empor und betrachte diese von hier aus gar nieder stehende Sonne. In dieser Sonne bin Ich ureigentümlich vollkommen zu Hause. Diese Sonne befindet sich im ewigen unverrückten Zentrum Meines göttlichen Seins. Die Strahlen, die aus dieser Sonne ausgehen, erfüllen in ihrer Art die ganze Unendlichkeit und sind in sich selbst nichts anderes als Mein Liebewille und die aus demselben ewig gleichfort ausgehende Weisheit. Diese Strahlen sind demnach allenthalben vollkommen lebendig und sind allenthalben vollkommen gleich Meiner Wesenheit.

[GS 1.60.2] Wo immer demnach ein solcher Strahl hinfällt, da bin Ich Selbst also wie in der Sonne ganz vollkommen gegenwärtig, nicht nur allein wirkend, sondern auch persönlich; und diese Persönlichkeit ist demnach auch allenthalben eine und dieselbe. Wo du hier nur immer hingehen willst, da wirst du Mich auch allenthalben vollkommen zu Hause antreffen. Gehe in welches dieser dir sichtbaren kleinen Wohnhäuser du nur immer willst, und du kannst versichert sein, daß du Mich in einem jeden als einen vollkommenen Hausherrn antreffen wirst.

[GS 1.60.3] Du sagst zwar jetzt, auf diese Weise sei Ich denn doch nicht der eigentliche Grund-Christus, der da auf der Erde gewandelt und gelehrt hatte, sondern nur ein lebendiges und vollkommenes Abbild desselben und wohne an und für sich dennoch im unzugänglichen Lichte. Du sagst noch ferner: Wenn es sich mit der Sache also verhält, so kommt da ja offenbar eine Vielgötterei heraus.

[GS 1.60.4] Höre, mein lieber Freund, Bruder und Sohn! Du denkst in dieser Hinsicht noch naturmäßig; wenn du aber erst vollends inwendig geistig denken wirst, so wird dir diese Sache ganz anders vorkommen. Damit du aber aus deinem naturmäßigen Denken desto leichter in das geistige eingehst, so will Ich dich durch naturmäßige Beispiele dahin leiten. –

[GS 1.60.5] Siehe, auf der Welt sahst du nur eine Sonne, wenn du aber gegen die Sonne einen Spiegel hieltest, so war dieselbe Sonne auch im Spiegel, und du kannst unmöglich behaupten, daß die im Spiegel vorhandene Sonne eine andere war als diejenige, die am Himmel leuchtet. Wenn du aber mehrere tausend solcher Spiegel aufgestellt hättest, hättest du da nicht in einem jeden Spiegel eine vollkommene Sonne erblickt, welche ein ebenso starkes Licht und eine ganz gleiche Wärme dich verspüren ließe?

[GS 1.60.6] Du sagst, solches müsse allerdings der Fall sein. – Ich will dir aber ein noch stärkeres Beispiel geben.

[GS 1.60.7] Du wirst auf der Erde öfter von der Wirkung der sogenannten großen Hohlspiegel gehört haben. Du sprichst: O ja, ich war selbst einmal im Besitze eines solchen. – Wenn du die Strahlen der Sonne mit einem solchen Spiegel auffängst, so werden sie in ihrer Widerstrahlung aus dem Spiegel oft ums mehr als das Tausendfache heftiger wirkend denn die eigentlichen Strahlen aus der wirklichen Natursonne.

[GS 1.60.8] Wenn du von solchen Spiegeln auch mehrere Tausende der Sonne gegenüber aufstellst, so wirst du bei dieser Gelegenheit von einem jeden einzelnen dieselbe heftige Wirkung wahrnehmen. Solches ist sicher und vollkommen wahr.

[GS 1.60.9] Was wirkt denn aber aus all diesen Spiegeln? Siehe, nichts anderes als stets eine und dieselbe Sonne, welche du durch diese bedeutende Spiegelanzahl vervielfältigt hast.

[GS 1.60.10] Nun aber frage Ich dich: Ist durch diese Vervielfältigung wohl im Ernste die Sonne vervielfältigt worden oder nur deren Wirkung? Du sagst nun: Allerdings nur die Wirkung. Gut, sage Ich dir. Wieviel Sonnen aber hattest du demnach in deinen Spiegeln? Du sprichst: Dem Spiegel nach genommen so viele, als da Spiegel waren; aber der Sonne nach genommen hatte ich immer nur eine und dieselbe. –

[GS 1.60.11] Nun siehe, was da dieses naturmäßige Beispiel zeigt, das stellt sich hier in der größten lebendigen Wirklichkeit und Fülle dar.

[GS 1.60.12] Du sagst zwar in dir: Solches sehe ich jetzt wohl ein; wenn man aber dessenungeachtet jede Spiegelsonne untersuchen und ihr näherkommen wollte, um eben die Sonne in ihrem eigentümlichen Wesen kennenzulernen, so werden einem aber dabei all die Spiegelsonnen nichts nützen, und der Sonne eigentliche Wesenheit bleibt dem forschenden Auge dennoch völlig fremd.

[GS 1.60.13] Solches ist richtig; was hättest aber du samt der Erde dabei gewonnen, wenn sich die eigentliche Sonne der Erde und dir also genähert hätte, wie du sie dir mittels des Spiegels genähert hast? Siehe, da wäre wohl die ganze Erde samt dir augenblicklich wie ein kleiner Wassertropfen auf einem weißglühenden Eisen aufgelöst worden. Was hätte dir dann die Annäherung der wirklichen Sonne genützt?

[GS 1.60.14] Siehe, bei weitem mehr ist solches mit dieser Meiner Sonne der Fall. Sie muß ewig in einem unzugänglichen Zentrum stehen, dem sich kein Wesen über die bestimmte Ordnung nahen kann; denn jede Annäherung über das bestimmte Maß würde jedem Wesen die völlige Vernichtung bringen. Solches wurde auch dem Moses gesagt, als er Gottes Angesicht schauen wollte; denn unter „Schauen“ mußt du hier nicht das Wahrnehmen mit den Augen verstehen, sondern das sich völlige Nahen dem Grundwesen der Gottheit.

[GS 1.60.15] Siehe nun, wenn Ich aber Einer und Derselbe bin, wie Ich bin in der Sonne, und bin aber vor dir also, daß du dich Mir vollkommen nahen kannst, wie ein Bruder dem andern, – ist solches nicht mehr wert? Und ist das nicht mehr Liebe und Erbarmung, als so du dich dieser Sonne wirklich nahen könntest, von ihr aber dann bei deiner Annäherung völlig vernichtet würdest?

[GS 1.60.16] Ferner, wie unvollkommen glücklich wärest du und Ich, wenn es Mir nicht möglich wäre, Mich Selbst als Vater überall hin in Meiner ganzen Fülle persönlich wesenhaft zu versetzen, wo immer nur Meine Kinder sind.

[GS 1.60.17] Siehe, der Himmel ist unendlich! Wäre Mir eine solche wesenhafte, Meiner Einheit völlig unbeschadete endlose Vervielfachung nicht möglich, wie verwaist wären da Meine Kinder und wie allein dastehend wäre Ich Selbst mitten unter ihnen?

[GS 1.60.18] Daß Ich aber vollkommen Derselbe bin und habe dasselbe lebendige göttliche Bewußtsein und alle die göttliche Liebe, Weisheit und Machtfülle, solches kannst du ja daraus entnehmen, daß Ich dich persönlich wesenhaft hierher geführt und habe dir gezeigt auf diesem Wege die Macht Meiner Liebe, Meiner Weisheit und Meines vollkommenen göttlichen Wollens. Wenn dir dieses alles noch nicht genügen sollte, so denke dir, was du willst, und Ich will es, daß es sogleich als erschaffen vor dir erscheine.

[GS 1.60.19] Siehe, du wolltest eine dir bekannte Erdgegend. Da sieh hin vor dich; Ich habe sie schon, dir sichtbar und fühlbar, geschaffen!

[GS 1.60.20] Du sprichst jetzt: Wahrlich, solches kann nur der alleinige Gott tun! – Gut, sage Ich dir; also wirst du aber auch einsehen, daß Ich, der Ich hier vor dir stehe und dir die Wunder Meines Seins enthülle, vollkommen Derselbe bin, der Ich dort urwesentlich ewig bin in jener Sonne!

[GS 1.60.21] Du sprichst: Ja, solches glaube ich nun völlig. Aber wenn ich nun zu einem andern Hause ginge, Du aber hier bliebest, und ich träfe dort offenbar ein zweites Wesen, mit Dir eines und desselben Ursprunges, wird dasselbe wohl vollkommen mit Dir eins sein und wird es Dir gleichen in allem?

[GS 1.60.22] Ich sage dir: Das kommt von deiner Seite nur auf einen Versuch an. Ich will denn machen, daß du gedankenschnell dort in tiefer Ferne von hier dich bei einem Hause, wie das da ist, befindest. Ich aber werde hier verweilen, und deine Gesellschaft soll dir davon Zeugnis geben bei deiner Rückkunft; und du magst es Mir dann kundgeben, ob du Mich dort vollkommen wiedergefunden hast oder nicht. – Und so denn – sei dort ! – – –

[GS 1.60.23] Nun siehe, Mein lieber Freund, Bruder und Sohn! Du bist nun hier, wie du siehst, im tiefen Morgen; das kannst du erkennen, wenn du dich nach allen Seiten umsiehst und nichts anderes mehr erblickst, auch deine Gesellschaft nicht, als nur den endlos weit gedehnten Morgen mit seinen Wohnungen. – Sage Mir nun, bin Ich hier nicht ganz Derselbe?

[GS 1.60.24] Siehe, also muß es ja sein; und wäre es nicht also, da wäre sogar nie etwas erschaffen worden, und kein Mensch wäre als solcher denkbar! Denn das Leben eines jeden Menschen ist ja eben auch nur ein Mir vollkommen ebenbildliches. Und wenn ein Mensch nach Meinem Worte gelebt hat, oder wenn Millionen also gelebt haben, kann da nur einer aus ihnen sagen: Christus lebt in mir, oder können das nicht alle zahllosen Gerechten sagen? Wenn aber alle solches sagen können, bin Ich darum ein geteilter Christus in ihnen oder ein ewig ungeteilter?

[GS 1.60.25] Ich bin ewig immer Einer und Derselbe in eines jeden Menschen Herzen. Und wenn Millionen und Millionen ihre Herzen mit Mir erfüllt haben, und zwar ein jeder für sich vollkommen, so hat deswegen nicht ein jeder für sich einen eigentümlichen, anderen Christus, sondern in eines jeden Herzen wohnt ein und derselbe Christus vollkommen! – Nun, was sagst du jetzt? Bin Ich hier nicht vollkommen derjenige, als den du Mich dort bei deiner Gesellschaft verließest?

[GS 1.60.26] Du sprichst: Ja Herr! Du bist vollkommen Ein und Derselbe und ist da kein Unterschied weder in der Gestalt noch im Worte noch in deinem göttlichen Wollen; und ich kann mir nichts anderes denken, als Du wärest in gleicher Schnelligkeit mit mir hierher gezogen! – Ja, so erscheint es dir wohl; aber wie Ich dir gesagt habe, daß dir bei deiner Zurückkunft deine Gesellschaft über Meine dortige beständige Gegenwart Zeugnis geben wird, also wirst du es auch sogleich erfahren. Ich sage dir daher: Sei wieder dort! – Nun siehe, du bist ja schon wieder hier; nun sage Mir, wie du Mich denn dort gefunden?

[GS 1.60.27] Du sprichst: Du warst ja selbst dort, wie Du hier bist, und war nicht der leiseste Unterschied. Ich sage dir: Das ist richtig; aber nun frage auch deine Gesellschaft, ob Ich Mich unterdessen von hier entfernt habe? Siehe, die Gesellschaft spricht: Nicht im geringsten, im Gegenteil hat der Herr zu uns gesprochen, wie es dir nun dort ergeht. Nun siehe, du machst jetzt große Augen und verwunderst dich darüber. Ich sage dir aber, daß solches nichts weniger als wunderbar ist, sondern es ist vollkommen geordnet.

[GS 1.60.28] Wärest du auf der Welt ein Optiker gewesen, so wäre dir solches noch anschaulicher begreiflich. – Wie kommt es denn, daß mehrere Menschen für sich einen und denselben Gegenstand nur als einen erschauen, und dennoch sieht ein jeder einzelne nur den seinigen? Siehe, das liegt im Auge des Menschen. Von dem Gegenstand gehen nach allen Richtungen Strahlen aus, und ein jeder nimmt das Strahlenbild in sein Auge auf. Ein jeder beschaut dann in sich nur dieses aufgenommene Strahlenbild, welches in allem dem beschauten Gegenstande vollkommen ähnlich ist.

[GS 1.60.29] Ist deswegen der Gegenstand vervielfacht oder zerrissen worden, wenn ihn jeder als denselben in sich erschaut? Du sprichst: Mitnichten. – Siehe, also ist es auch hier der Fall lebendig, was auf der Welt nur naturmäßig und somit auch tot erscheinlich ist.

[GS 1.60.30] Du sollst aber dieses Wunder noch tiefer beschauen. Zuvor jedoch mußt du dieses dir bis jetzt Kundgegebene als ein wahres Himmelsbrot ein wenig verdauen.

[GS 1.60.31] Ich aber will unterdessen in diese Meine Wohnung gehen, allda durch Meine Diener Meinen Tisch bestellen lassen, damit du samt deiner ganzen Gesellschaft zum ersten Male vollkommen mit Mir zu Tische sitzen sollest und genießen allda das Brot deines wahren himmlischen Vaters! – Und so verharre du denn ein wenig hier, bis Ich wiederkomme und dich führe in Mein Haus!
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« Antworten #11 am: 20. Mai 2012, 06:26:22 »

Empfangen durch Jakob Lorber

61. Kapitel – Das Mahl am Vatertische – Lamm, Brot und Wein.

[GS 1.61.1] Ihr fraget nun: Sollen wir auch diese Einladung abwarten? – Das ist doch ganz in der Ordnung, denn solches alles geschieht hier ja zu eurer Unterweisung. Daher müsset ihr dieser Sache bis zum völligen Ausgange beiwohnen. Unter „völligem Ausgange“ müßt ihr hier einen vollkommenen Eintritt in die göttliche Ordnung verstehen. – Aber nun sehet, der Herr kommt schon aus der Wohnung und winkt unserer Gesellschaft zu kommen.

[GS 1.61.2] Ihr fraget hier: Werden wohl alle Platz haben in dieser Wohnung? – Ich sage euch: Sorget euch dessen nicht; denn da kommt euer Sprichwort: Friedliche Schafe haben viele Platz in einem Stalle – in eine buchstäbliche Anwendung. Also haben auch gut geordnete Dinge in einem engen Raume viel Platz. – Die Gesellschaft bewegt sich schon in die Wohnung; also folgen wir ihr nach.

[GS 1.61.3] Sehet nun, wie sie alle recht bequem untergebracht sind, und zwar in einem Zimmer. Und der Herr, wie ihr sehet, hat Sich Selbst mit einer Schürze umgürtet und macht einen Tafeldiener! Was wird denn auf den Tisch getragen?

[GS 1.61.4] Wir haben ja das Abendmahl vor uns; es ist ein gebratenes Lamm und Brot und Wein. Und nun sehet, wie auch hier der Herr ihnen das Brot bricht und einem jeden ein gutes Stück vorlegt, und ihr seht auch den Wein in einem Kelche, und sie alle trinken aus dem einen Kelche.

[GS 1.61.5] Sehet aber nun auch, wie lebenskräftig unsere Gesellschaft auszusehen anfängt, und welch eine liebedankbare Freude aus dem Angesichte eines jeden Gastes dem Herrn entgegenlächelt! – Wie ihr aber zu sagen pflegt: Die kurzen Haare sind bald gebürstet, also wird auch hier keine ewige Tafelsitzung gehalten. Und der Herr spricht: Nun, Meine lieben Freunde, Brüder und Kinder, ihr habt euch nun zum ersten Male in Meinem Reiche gestärkt; ihr wisset nun auch, wie Ich allhier fortwährend, wie auch allenthalben wesenhaft kräftig zu Hause bin! So wollet denn nun mit Mir wieder hinaustreten, und Ich will euch völlig erwecken für eure wahre, ewige Bestimmung.

[GS 1.61.6] Nun denn, wir sind hier vor dem Hause versammelt; also wollet denn vernehmen Meinen Willen:

[GS 1.61.7] Ihr habt schon auf der Erde vernommen, daß Meine Ernte groß ist; aber es gibt noch wenig Arbeiter auf Meinem großen Erntefelde. Hier ist somit der Ort, wo ihr Meine wahrhaftigen Arbeiter und Mitarbeiter für die Einbringung Meiner Ernte werden sollet, und zwar auf die Weisung, wie es schon gar viele eurer Brüder geworden sind. Ihr werdet gar bald all die Gerätschaften, die zu einer guten Haushaltung gehören, erkennen: einen Pflug, eine Egge, Haue und Pickel, dahier Sicheln und Weingartenmesser. – Und da sehet auch hin nach allen Seiten die großen Äcker und dort die Weingärten. Da sehet mehr gegen den Morgen hin einen förmlichen Wald von lauter edlen Fruchtbäumen.

[GS 1.61.8] Das ist das von euch zu bearbeitende Feld; aber nicht etwa auf die Art, wie ihr solches getan habt auf der Erde, sondern hier im inwendigsten und somit allerlebendigsten Sinne. Ihr werdet hier weder pflügen, noch eggen, noch werdet ihr das Getreide schneiden, noch den Weingarten bearbeiten und die Früchte einsammeln, sondern solches alles ist hier nur eine wahrhafte inwendige Entsprechung für das Liebewirken, das ihr von hier aus an den Brüdern auf der Erde verüben sollet.

[GS 1.61.9] Aber nicht nur allein an den Brüdern der Erde, denn hier will Ich mit euch im weitergedehnten Sinne sprechen und sage daher: Ich habe noch gar viele Herden, die nicht im Schafstalle der Erde wohnen, sondern die da leben nach ihrer Art auf zahllos vielen anderen Erd- und Weltkörpern. Diese alle müssen in diesen Schafstall des ewigen Lebens geführt werden.

[GS 1.61.10] Darum gebe Ich euch nun Meine Kraft in der Fülle, damit ihr durch diese allenthalben, dahin Ich euch beschicken werde, vollkommen also wirken könnet, als wirkte Ich Selbst. Ich könnte wohl alles dieses Selbst wirken; aber Ich teile euch alle solche Wirkung darum zu, damit sich dadurch eure Seligkeit an Meiner Seite fortwährend von Ewigkeit zu Ewigkeit mehren soll!

[GS 1.61.11] Daher sollet ihr, wenn Ich einen oder den anderen von euch zu solch einem großen Zwecke dahin oder dorthin senden werde, auch Mir gleich vom innersten Grunde aus schauen können alle noch so auswendige naturmäßige Welt; und sollet sie beschauen können vom innersten Grunde aus bis zur äußersten Rinde, und also auch umgekehrt bis zum innersten Grunde vollkommen. Was ihr bei solch einer Sendung zu wirken habt, dessen werdet ihr allzeit vollkommen innewerden.

[GS 1.61.12] Also habe Ich euch nun eure große Bestimmung angezeigt, in welcher ihr im vollsten Maße nach Meiner Liebe, Weisheit und Ordnung tätig sein könnet. Und somit berufe Ich euch auch und mache euch zu den wahrhaftigen Engeln Meines Reiches, und somit zu den wahrhaftigen Einwohnern Meiner heiligen Stadt, welche ist das ewige Jerusalem! Und so seien euch denn eure innersten Augen aufgetan, damit ihr sehet, wie groß und wie herrlich Der ist, der nun mit euch redet und Der bei euch bleiben wird ewig! – Sehet nun hin gegen Morgen und saget Mir, was ihr dort erschauet.

[GS 1.61.13] Der Hauptredner spricht: O Herr! Du mein allergeliebtester Jesus Christus! Du wahrhaftiger, endlos liebevollster Vater, der du heilig bist, überheilig! Was erschauen da meine Augen?! Welche unendliche Glorie! Und in dieser Glorie eine unendliche Stadt! Und die Stadt scheint nimmer ein Ende zu haben; – und die Sonne, die herrliche Sonne, sie leuchtet mitten über der Stadt stehend, und die Stadt leuchtet selbst gleich wie die Sonne! Und nun sehe ich auch wieder meinen alten gestirnten Himmel und schaue, o mein Gott und mein Herr, in die endlosen Tiefen Deiner Schöpfungen. Ja, das will ich einen Himmel heißen! Dahier ist es wohl buchstäblich wahr:

[GS 1.61.14] „Solches ist nie in eines Menschen Sinn gekommen, was Du, o heiliger Vater, denen bereitet hast, die Dich lieben!“ Ja, in welche endlosen Seligkeiten der Seligkeiten schaut nun mein unsterbliches Auge! O Du liebevollster, heiliger Vater! Darf ich Dich umarmen und Dich lieben nach aller möglichen Macht meines Herzens?

[GS 1.61.15] Der Herr spricht: Mein lieber Freund, Bruder und Sohn! Siehe, hier bin Ich ja vor dir; liebe Mich, wie du Mich nur immer lieben kannst; denn darum habe Ich dich ja erschaffen, daß du Mich allerseligst lieben sollest, und damit du Mir seiest ein liebes, allerteuerstes Kind, das Ich nun auch in aller Meiner göttlichen Vaterfülle lieben kann! –

[GS 1.61.16] Nun aber lasset uns hinziehen in Meine Stadt und fraget nicht, was mit diesen Wohnungen hier geschehen soll, denn diese Wohnungen sind Entsprechungen der wahren Demut, welche hervorgeht aus der reinen Liebe zu Mir. Diese Wohnungen werden bleiben, und wir werden sie gar oft besuchen. Aber da Ich Meine große „Amtskanzlei“ in der Stadt habe, so müssen auch Meine Engel alldort sein, wo ihre große Haupt-Liebetätigkeits-Bestimmung ihrer harret.

[GS 1.61.17] Ihr fraget Mich zwar noch, wer nun diese Hütten so ganz eigentlich bewohnen wird? Seht, Meine lieben Freunde, Brüder und Kinder, haben ja doch auch schon auf der Erde die Stadtbewohner zumeist eine oder mehrere Landwohnungen, welche ihnen zur Erholung gar wohl dienlich sind. Warum sollten denn wir solches nicht haben? Daher sage Ich euch: Wir werden hier allzeit, wenn wir große Taten vollzogen haben, uns eine gehörige Erholung gönnen. Und so denn ziehen wir zur Stadt! –

[GS 1.61.18] Nun seht, der Herr Selbst führt unsere Gesellschaft in die heilige Stadt. Und wie man hier gewöhnlich unversehens sehr geschwind vorwärtskommt, so nähern auch wir uns schon dieser Stadt aller Städte in der ganzen Unendlichkeit.

[GS 1.61.19] Sehet, wie aus dem Tore der heiligen Stadt Gottes eine zahllose Menge dem in die Stadt ziehenden Herrn entgegeneilt! – Sehet vorne die euch wohlbekannten Freunde des Herrn, nämlich Seine Apostel, und sehet auch vom Abraham abwärts alle Väter und Propheten! Höret den großen Jubel, welcher aus dieser seligen Schar dem Herrn entgegentönt, und seht, wie alle überselig ihre Arme ausbreiten, um den Herrn mit der heißesten Liebe zu empfangen, und welche Freude sich aus jedem Gesicht über die neu gewonnene Schar ausspricht!

[GS 1.61.20] Die Scharen haben sich erreicht und werden nun allesamt von einer großen Glorie umflossen. Diese Glorie geht vom Herrn aus und teilt sich allen mit. –

[GS 1.61.21] Was saget ihr wohl nun zu dieser Szene? Gehen wir aber jetzt nur weiter vorwärts. Sehet, der Herr läßt nun alle vor Sich in die Stadt eingehen, und Er folgt Seinen Kindern wie ein ganz einfacher Hirte seinen Lämmern! – Nun sind auch wir in der Stadt. Sehet nur die unendliche, durch kein menschliches Wort beschreibbare Majestät und Herrlichkeit, welche wir hier, diese Gasse entlang, links und rechts erschauen. Alles ist von der Glorie des Herrn umflossen. Heilige Lüfte wehen durch die Straßen und Gassen, und diese Lüfte sind das Leben, welches hier in der unendlichen Fülle ausgeht vom Herrn!
[GS 1.61.22] Aber nun bleibt der Herr vor einer großen Wohnung stehen und spricht zu unserer Gesellschaft: Hierher, Meine Geliebten! Das ist die Wohnung und unser großes Amtshaus, hier wollen wir einziehen!

[GS 1.61.23] Sie ziehen hier, wieder dem Herrn folgend, ein. Sehet die vielen großen und herrlichen Gemächer, sie sind vollkommen bereitet zum Empfange unserer neugewordenen Fürsten des Himmels!

[GS 1.61.24] Und sehet nun, wie ihnen der Herr eine lichte Tafel zeigt und spricht: Auf dieser Tafel werdet ihr allzeit Meinen Willen erschauen! Und nun legt der Herr ihnen Seine Hände auf und erfüllt sie vollkommen mit dem allmächtigen Geiste Seiner Liebe. Sehet, wie sie nun miteinander über die unendlichen göttlichen Verhältnisse der Dinge sprechen wie die allerreinst vertrautesten Freunde und Brüder! –

[GS 1.61.25] Nun habt ihr die wahre Bestimmung des Menschen geschaut in dem allereigentlichen, wahren, vollkommenen Himmel, und habt auch gesehen, welch ein Ende es mit unserer Gesellschaft nahm. –

[GS 1.61.26] Doch müßt ihr euch nicht etwa denken, solches sei fortwährend der Fall mit jenen, welche sich in dem Scheinhimmel befinden, sondern nur mit jenen wenigen, welche den Herrn schon bei ihrem Leibesleben ihrem Inwendigen nach trotz aller irrigen Begriffe, die sie gelehrt wurden, einzig und allein über alles geliebt haben. –

[GS 1.61.27] Wie es aber mit so manchen anderen ergeht, das wollen wir nach dem Willen des Herrn mit eigenen Augen betrachten, und daher verlassen wir nun diese heilige Stadt und begeben uns schnellreisend wieder in den römisch-katholischen geistigen Kirchenstaat. –

[GS 1.61.28] Sehet, ich habe es kaum ausgesprochen, und wir stehen schon einem Kloster sehr nahe. Ihr fraget und saget: Lieber Freund, obschon es uns unendlich leid ist, daß wir so plötzlich die endlos herrliche Stadt Gottes haben verlassen müssen, so möchten wir aber dennoch, weil wir uns schon wieder hier befinden, erfahren, welch ein Orden in diesem Kloster zu Hause ist. Meine lieben Freunde und Brüder! Hier werden wir zuerst ein weibliches Kloster kennenlernen, und zwar eines der Karmeliterinnen. Ihr werdet dadurch so manches in die lebendige Erfahrung bringen, welch eine Bewandtnis es hier mit einem Kloster hat. Doch denket zuvor selbst über so manches dieses Ordens nach, damit ihr dann desto leichter erschauet, inwieweit dieser Orden dem Herrn angenehm und inwieweit unangenehm ist. – Und somit lassen wir es auch für heute gut sein!
Gespeichert
Maria
Aus der Ferne grüssend
« Antworten #12 am: 22. Mai 2012, 05:30:12 »

BD 5449  empfangen 26.7.1952
 
    
„In Meines Vaters Hause sind viele Wohnungen ....“

In Meines Vaters Hause sind viele Wohnungen .... Könnet ihr den Sinn dieser Meiner Worte verstehen? Daß ich euch Wohnung verheiße im Hause Meines Vaters, euch aber gleichzeitig zu verstehen geben will, daß für jedes Meiner Geschöpfe die Wohnung bereit ist, die geeignet ist zur Aufnahme des einzelnen .... daß Ich euch damit sagen will, was ihr auf Erden noch nicht erreicht habt, könnet ihr in Meinem Reich noch anstreben, weil Ich unzählige Möglichkeiten habe, euer Ausreifen im geistigen Reich zu fördern.

Mir steht nicht nur die Erde zur Verfügung, sondern alle Meine Schöpfungen sind Ausreifungsstationen für das noch unvollkommene Geistige, bis es endlich so weit ist in seiner Entwicklung, daß es in himmlischer Glückseligkeit Besitz ergreifen kann von den herrlichsten geistigen Schöpfungen, denn überall ist es im „Hause Meines Vaters“, im Bereich Meiner unendlichen Liebe, und stets wird es sich dort aufhalten, wo ihm der Vater Wohnung bereitet hat, entsprechend seines Liebegrades und seiner Fähigkeit, zu walten und wirken in dem Reich, das ihm von Mir aus zugewiesen ist.

In Meines Vaters Hause sind viele Wohnungen .... Kein Wesen ist heimatlos, die ewige Heimat nimmt alle Seelen auf, doch diese Heimat ist vielseitig gestaltet .... sie kann die herrlichsten Blumengärten und schönsten Paläste aufweisen, sie kann aber auch endlos weite öde Gegenden enthalten, deren Durchwanderung auch endlose Zeiten erfordert .... doch stets zweigen sich auch in jenen öden Gegenden Wege ab, die in blumenreiches Land führen, und es kommt nur darauf an, ob die Wanderer dieser Wege achten, ob sie aufmerksam spähen nach einem Ausweg aus der Öde und diesen Ausweg auch betreten ....

Jeder wird aufgenommen in Meiner ewigen Heimat, und jedem steht es zu, Besitz zu ergreifen von einer Wohnstätte. Wie sie aber beschaffen ist, untersteht allein ihrem Wollen. Und darum sage Ich: In Meines Vaters Hause sind viele Wohnungen .... Denn ein jeder Mensch, ein jedes Wesen, bereitet sie sich selbst je nach dem Grade seiner Vollkommenheit.

Doch ob auch diese seine Wohnung noch so dürftig ist .... sie kann durch seinen Willen und seine Arbeit wahrlich schnell umgestaltet werden, und die lieblichsten Heimstätten können entstehen, so die Seele nur das Verlangen nach einer solchen hegt und eifrig nach Erfüllung strebt.
Dann stehen ihr zahllose Helfer zur Seite und schaffen und wirken mit ihr, und es kann ein paradiesischer Aufenthalt werden, wo zuvor eine öde und düstere Gegend war ....

Einmal kommt jede Seele in ihre wahre Heimat zurück, doch solange sie noch unvollkommen ist, wird sie sich heimatlos fühlen, wenngleich sie schon das Reich betreten hat, von dem sie einstmals ausgegangen ist. Ich aber habe viele Schulhäuser, und es wird die Aufwärtsentwicklung mit Sicherheit vorangehen, wenngleich oft lange Zeit dafür benötigt wird ....

Einmal wird auch der verlorene Sohn zurückkehren und wieder die Wohnung beziehen, die er einstmals besaß, er wird im Vaterhaus weilen, wo alle Kinder versammelt sind um den Vater, er wird liebevoll aufgenommen werden von der ewigen Liebe, Die ihm den Platz anweiset neben Sich .... Doch endlose Zeiten werden noch vergehen, bis alle Meine Kinder heimgefunden haben, bis sie Wohnung nehmen können in Meinem Hause; endlose Zeiten werden noch vergehen, doch keines Meiner Kinder gebe Ich auf .... Die Liebe des Vaters ziehet sie, und dieser Liebe wird keines Meiner Kinder ewig widerstehen können ....
Amen

 
Gespeichert
Maria
Aus der Ferne grüssend
« Antworten #13 am: 22. Mai 2012, 05:42:27 »

BD 0769  empfangen 6.2.1939
 
    
Umgeformtes Wort .... Grad des Wohlbehagens .... Erkenntnis der Wahrheit ....

So wisset, daß ihr alle des gleichen Geistes seid, wisset, daß euch die Hand des Vaters führt und daß Sich der Vater einem jeden zuneigt, der Ihn zu hören begehrt. Es werden sich daher auch mancherlei Offenbarungen finden, die alle das gleiche bekunden und dem gleichen Ziel zuführen sollen. Wenn nun der Vater die Kinder auf Erden verschieden bedenkt, so ist dennoch der gleiche Wille zu erkennen, denn Er gibt immer nur die reine Wahrheit, so der Empfänger die Wahrheit begehrt und sich der Offenbarung würdig erzeigt. Es ist wie ein Leuchten in verschiedener Lichtstärke ....

Die Gaben von oben können geboten werden in leicht verständlicher Form und können doch nicht recht erkannt werden, wenn der Empfänger die Worte des Herrn in anderer Gestaltung wiedergibt. Es sind so viele Beispiele dafür vorhanden, daß sich der Mensch in möglichst komplizierter Redeweise gefällt und so ein in aller Schlichtheit und Klarheit empfangenes geistiges Bild in verschnörkelter Form wiedergibt ....

Es suchen sich die Menschen mit Gelehrsamkeit zu schmücken und bringen alle ihre Weisheit zum Vorschein, wo das empfangene Wort von oben doch alles präzise ausdrückt und keiner Verbesserung bedarf. Lehnt nun der Mensch die ihm unbegreiflich erscheinenden Lehren ab, so ist dies nur zu gut verständlich ....

Es empfindet der Mensch ja oft das zusätzliche Menschenwerk und bringt ihm Abwehr entgegen, wogegen das reine Wort Gottes durch seine schlichte Art oft Eingang findet in den anfänglich widerstrebenden Menschenherzen, weil diesem Wort auch die Kraft Gottes innewohnt.

Die Lehren sind stets in gleicher Wahrheit geboten worden, doch die Wahrheit sollte auf die Menschen noch eindringlicher wirken und wurde zu diesem Zweck mit menschlichem Beiwerk versehen, was aber nur der Sache an sich schadet, jedoch niemals nützen kann. Lasset euch sagen: Wendet dem schlichten, einfachen Wort eure Aufmerksamkeit zu, ihr müsset alles mit dem Herzen und mit dem Verstand erfassen können, ihr müßt euch auch wohl fühlen, wenn die Worte des Herrn in euren Ohren ertönen ....

Ihr werdet an dem Grad des Wohlbehagens auch auf die Wahrheit des Vernommenen schließen können, denn es will der Herr ja durch Sein Wort eindringen in die Menschenherzen, so wird Er nimmer Sich einer Form bedienen, die an sich schon Widerstand hervorruft und die dem Erdenkind unannehmbar erscheint.

Wer Wahrheit begehrt, der wird diese auch erkennen, und zwar wird die Wahrheit immer in der Form von oben geboten werden, daß das Erdenkind nicht Anstoß daran nehmen kann, sondern es dieselbe jederzeit angenehm berührt.

Gebet acht auf die Stimme im Herzens, diese wird genau zu unterscheiden wissen das rechte Wort Gottes von einem nachträglich umgeformten, dem Menschen schwer verständlichen Wort, das gleichfalls aus derselben Quelle sein soll.

Gott schützet allzeit, die in der Wahrheit bleiben wollen, und gibt ihnen Erkenntnis in jeder Streitfrage .... Er schärft ihre Urteilskraft und ihren Gerechtigkeitssinn, und sonach wird das Erdenkind immer den rechten Weg finden, so es in die Lage kommt, von mehreren Wegen sich entscheiden zu müssen. Denn Gottes Schutz ist jedem zugesichert, der Ihn und die Wahrheit begehrt ....

Amen


 
Gespeichert
Maria
Aus der Ferne grüssend
« Antworten #14 am: 31. Mai 2012, 17:20:40 »

BD 7112  empfangen 5.5.1958
 
    
Im Urzustand vernahm jedes Wesen das Wort Gottes ....

Einen direkten Verkehr anzubahnen mit eurem himmlischen Vater ist allen Menschen möglich, denn ihr seid Seine Kinder, und allzeit wird der Vater mit Seinen Kindern reden .... Allzeit wird Er aber auch euren freien Willen achten, Ihn anzuhören, d.h., Er wird nicht wider euren Willen Sich äußern, Er wird es nur tun, wenn ihr Menschen Ihn zu hören begehrt. Ureigentlich aber bestand keine Trennung zwischen Ihm und euch, und Sein Wort ertönte auch vernehmbar in euch, und ihr konntet euch auch jederzeit gegenäußern.

Von Gott aus besteht auch heut noch keine Trennung, nur ihr selbst trenntet euch von eurem Vater von Ewigkeit und konntet darum Seine Stimme nicht mehr vernehmen, weil ihr selbst euch verschlosset Seiner Ansprache. Aber da ihr in eurem Urzustand fähig waret, Sein Wort zu vernehmen, so liegt diese Fähigkeit auch noch in euch, nur euch nicht bewußt .... Und wird euch das Wissen darum zugeführt, so müsset ihr dann auch die Trennung aufheben zwischen euch und Ihm, die zwar nur willensmäßig von euch aus besteht und die daher euer Wille auch aufheben muß ....

Also ihr müsset zuvor wieder verbunden zu sein begehren mit eurem Gott und Vater von Ewigkeit, und ihr müsset den Zusammenschluß mit Ihm auch Selbst herstellen durch ein Liebeleben .... Denn ihr wandtet euch einstens in Lieblosigkeit von Ihm ab, ihr wieset die Liebe eures himmlischen Vaters zurück, und ihr machtet euch dadurch auch unfähig, Sein Wort zu vernehmen. Und das hat zur Folge, daß ihr euch in der Isolierung von Gott befindet, daß ihr auch erkenntnislos geworden seid, weil ihr nicht mehr vom Urquell des Lichtes gespeist werdet, weil ihr selbst euch Ihm verschließet.

Aber es steht euch jederzeit frei, die Isolierung aufzuheben, ihr könnet jederzeit wieder wie Kinder mit dem Vater sprechen, Er wird euch hören und euch auch antworten. Doch wer nutzet diese unaussprechliche Gnade? Wer verlangt aus tiefstem Herzen nach Seiner Ansprache? Wer glaubt es, daß Sich ein Gott der Liebe, Weisheit und Allmacht zu Seinen Geschöpfen niederbeugt und zu ihnen auch Worte der Liebe und Gnade spricht?

Solange euch Menschen dieser Glaube mangelt, liefert ihr auch den Beweis, daß eure Entfernung von Gott noch sehr groß ist. Es sind alle göttlichen Eigenschaften und Fähigkeiten in euch noch verschüttet, ihr selbst seid ohne jegliches Wissen und ohne jegliche Kraft .... Und das beweiset wieder, daß ihr auch noch bar jeder Liebe seid, denn die Liebe ist das Licht und die Kraft, die Liebe erweckt euch zum Leben, d.h., sie bewirkt, daß ihr aus dem Zustand der Isolierung von Gott .... der gleich ist dem Zustand des Todes .... heraustretet und euch wieder mit Gott zusammenschließt und dieser Zusammenschluß auch unweigerlich alle Fähigkeiten in euch zum Vorschein kommen lässet .... daß ihr nun also auch die Stimme des Vaters vernehmet, daß ihr selbst euch Ihm wie selbstverständlich anvertraut und Er auf alle eure Gedanken und Fragen Antwort gibt .... daß ihr also verkehret mit Ihm wie ein Kind mit seinem Vater verkehrt ....

Und so also solltet ihr alle beschaffen sein .... Das ist das Ziel, das ihr auf Erden erreichen sollt, daß ihr euch wieder formt zu jener Vollkommenheit, die uranfänglich euer Zustand gewesen ist: daß ihr wieder in engster Verbindung mit Gott Sein Wort höret, daß ihr jederzeit euch austauschet mit eurem Vater von Ewigkeit und durch diesen Austausch Licht und Kraft empfanget im Übermaß. Und dann werdet auch ihr selbst mitwirken können bei dem ständigen Kraftum- und Kraftzuleitungs-Prozeß .... ihr werdet das Wort, das ihr selbst empfanget, weiterleiten können, wo noch Kraft- und Lichtlosigkeit die Seele belastet; ihr werdet vorerst diesen Wesen den Willen Gottes kundgeben können, gleichwie euch selbst im Zustand der Finsternis von Seinem Willen gekündet wurde, und je nach der Einstellung jener Wesen werden sie nun im lichtlosen Zustand verharren oder auch zu Licht und Kraft gelangen, denn Gott versagt Sich keinem Seiner Geschöpfe, es spricht der Vater mit allen Seinen Kindern, die nur sich innig Ihm verbinden und Ihn zu hören begehren .... Aber kein Wesen wird die Stimme Gottes vernehmen, das in der Isolierung von Ihm verharrt, das sich der göttlichen Liebeanstrahlung verschließt, das nicht im freien Willen die Trennung von Ihm aufzuheben sucht, die es einstens selbst vollzogen hat ....
Amen
Gespeichert
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