Grosses geschieht derzeit und ein grosses Tor steht offen.
Alsogleich nach dieser Zeile kommt mir dieses Wort in den Sinn:
"... und das Tor zur Vergangenheit wirst du geöffnet sehen."Ich wollte doch schlafen, aber vieles ging mir durch Kopf und Herz und Seele. Ich war einfach nicht müde.
Es war einiges, das ich gerne mitgeteilt hätte, doch muss ich mich zurückhalten, und das aus verschiedenen Gründen. Es ist auch schwierig, Ordnung zu halten in den Gedanken, und allein, diese zu ordnen, beansprucht seine Zeit. Am besten geht das jeweils nach längerem Schlaf während ich noch im Bett liege. Bald nach dem Aufstehen kommen die Ablenkungen und kommt die Zeit dazu, die nicht alles durchzuführen erlaubt, was im Geist so leicht zugänglich war.
Das, was ich jetzt in Angriff nehme, liegt eingebettet in vielen Geschehnissen, Erlebnissen, Erkenntnissen, Begegnungen, Überlegungen, Kämpfen, Gebeten und auch Träumen, und ich kann darum den Grundgedanken zu dieser aufsteigenden Welle nicht ausführlich darstellen. (Wäre dieses Vorwort überhaupt nötig gewesen?) Eine ähnliche Situation hatte ich
hier erwähnt.
Zuerst beginne ich mit einem Wort aus dem 1. Johannesbrief. Doch dazu greife ich nochmals
die Begegnung mit dem evang. Studentenseelsorger an der Uni St.Gallen Markus Anker auf. Neuerdings besuchen wir nämlich noch eine andere Vorlesung:
Das frühe Christentum: Von der Sekte zur Weltreligion. Der Titel lässt Assoziationen aufkommen .... doch ich konzentriere mich jetzt nur auf eine Bemerkung des Referenten, aus der hervorgeht, dass das Johannesevangelium zweifelhaft sei und die Johannesbriefe um sozusagen 180° entgegengesetzte Aussagen mache. Das Johannesevangelium wird in Frage gestellt, weil es der Gnosis zu nahe stehe (für mich ist das aber eben gerade ein gutes Zeichen, sofern nicht eine gespiegelte Gnostik darunter verstanden wird. - Gespiegelt nenne ich nun etwas, das eine Nachäffung und Verdrehung ist .... so wie Luzifer anstelle Gottes treten wollte. Man sieht, die Gedanken fliessen .... aber ich kann sie nicht alle aufzeichnen). Meine Nachfrage, was denn die in den Johannesbriefen gegenteiligen Aussagen betreffe, beantwortete Anker damit, dass im Johannesevangelium die Juden schlecht wegkämen, aber in den Johannesbriefen die eigenen Gemeindeglieder. Ich musste nachlesen - und ich stiess auch noch auf anderes, das mir wichtig erscheint. Ich bekam Freude, gründlicher die Bibel zu lesen und möchte gerne viel Zeit dafür aufwenden. Aber auch Swedenborg wartet schon lange, z.B. "Die wahre christliche Religion" (C.G. Jung hat sieben Bücher von Swedenborg gelesen); auch seine "Himmlischen Geheimnisse" hätte ich gerne studiert, denn seine Deutung der Entsprechungen hatte mich auch schon beeindruckt, das Gute, die Wahrheit, das Gute aus der Wahrheit oder die Wahrheit aus dem Guten. Er differenziert stark und kommt immer wieder auf gleiche Ergebnisse ....
Nun lese ich
zum ersten Johannesbrief:
Der letzte überlebende Apostel Johannes schrieb diesen Brief ca. 90 n. Chr. vermutlich in Ephesus. Er steht in enger Beziehung zu dem von ihm verfaßten Evangelium. Der Brief sollte die Gläubigen am Ende der apostolischen Zeit vor aufkommenden Irrlehren (besonders gnostischer Art) und falschen Propheten warnen und ihnen die Unterscheidung von Echt und Falsch im Glaubensleben ermöglichen. Er ist eine prophetische Mahnung für die »letzte Stunde« und ruft die wahren Kinder Gottes auf, in einer Zeit des geistlichen Verfalls und der Verführung an der Wahrheit des Wortes Gottes, an echter Liebe und entschiedener Absonderung von der Welt festzuhalten. Er betont die Wichtigkeit eines Wandels im Licht, während die Irrlehren, die er bekämpft, praktizierte Sünde und Gesetzlosigkeit förderten. Jesus Christus wurde als der im Fleisch gekommene (menschgewordene) Sohn Gottes geleugnet; es gab falsche Propheten, durch die der Geist der Irreführung wirkte. Daher sollen die Gläubigen die Geister prüfen, ob sie von Gott stammen. Der ganze Brief ist durchzogen vom Zeugnis der großen Liebe des Vaters, der seinen Sohn für sündige Menschen gab, und dem Aufruf, diese Liebe mit ungeheuchelter Gegenliebe zu beantworten.
Das konnte ich dem Internet entnehmen (und dazu nun auch noch etwas schreiben, ginge einfach zu weit), in meiner Stuttgarter Jubiläumsbibel ist es aber noch ausführlicher und nicht ganz gleich beschrieben .... Weiter: hat es einen Sinn, Anker nochmals zur Rede zu stellen? Er erweckt auch den Eindruck, dass er sich tiefer gehenden Gesprächen entziehen will oder es als vergeudete Zeit erachtet, sich mit Laien länger auseinanderzusetzen.
Um was es geht? - Das habe ich oben angedeutet: um die
Gnosis, die Identität der Person des Johannes und die angeblichen Widersprüche, die keine sind. Ich lasse das jetzt beiseite. Bzgl. Gnosis aber erinnere ich an
Peter Schwagmeier. Ein wichtiges Referat von ihm ist
hier verlinkt.
(Bei Anker und Schwagmeier weckt eine ganz bestimmte jüdische Verteidigungshaltung Verdacht ... )
Der 1. Johannesbrief beginnt so:
Was von Anfang war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut und was unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens (- und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, das bei dem Vater war und uns erschienen ist –) was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei.
Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, daß Gott Licht ist und in ihm gar keine Finsternis ist. Wenn wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und doch in der Finsternis wandeln, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit; wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.
Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, daß wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.
(Vor ein paar Tagen schon fiel mir beim Lesen gemeinsam mit meiner Freundin die Stelle
1.Joh. 4,4-6 auf, die ich mir merken und Herrn Anker vorlegen wollte ....)
Jetzt aber, bei 1.Joh. 1,5 dachte ich an jene, die Gott beide Eigenschaften zulegen: helle und dunkle (auch Lorber hatte diesbezüglich etwas Falsches geschrieben und die Lorberfundamentalisten kämpfen damit auf glitischigem Eis und fechten gegen Bertha Dudde). Also: Gott ist Licht und in Ihm ist keine Finsternis. Die Sünde ist Abkehr von Gott, durch die Sünde erst kam Finsternis auf. Das ist ja ganz einfach. Anstatt sich nach Gott zu richten, schaute man in den eigenen Spiegel und begann sich mit den eigenen Illusionen auseinanderzusetzen und glaubt lieber an diese eigene "Schöpfung", die wirklicher sei als was von Gott kommen soll ...
Nun aber zurück zum Garten der Seele, zu dem, was in der Seele an Grossem geschieht - das nächste Mal werde ich etwas an die Oberfläche zu ziehen versuchen; es wird wohl weniger als die Spitze des Eisbergs sein ....
Notiert von Epidophekles