Die Gefahr übertriebener Naturbetrachtung


  Endzeitprophetie  

Geschrieben von Alois am 17. August 2007 06:21:

Als Antwort auf: Ingo verdrückt sich geschrieben von Ingo / Alois am 17. August 2007 04:37:

Mache ich das?

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http://www.zeitenblicke.de/2006/1/Trepp

Die schwierige Nähe zum Objekt

... Die intensive Beschäftigung mit den Objekten der Natur hatte ihren Preis. Die fast meditative Konzentration und Ausdauer, mit der sich nicht nur die laienhaften Naturforscher der Untersuchung und Betrachtung ihrer Objekte widmeten, rückte diese nur zu leicht in die Nähe von Reliquien. Die verzückten Betrachter schienen dabei Gefahr zu laufen, die Naturgegenstände mehr als ihren Schöpfer zu verehren. Deshalb mahnte Robert Boyle 1685, dass es sich bei den untersuchten Objekten um Dinge handelte, "die nur Geschöpfe sind, wie wir selbst, und, was noch schlimmer ist, von einer Art, die der unsrigen weit unterlegen ist." Eine derartige Bewunderung käme letztlich nur Gott selbst zu.

Diese Erkenntnis stürzte den niederländischen Arzt und Anatomen Jan Swammerdam zeitweilig in eine tiefe Krise, und zwar gerade weil es sein oberstes Ziel war, die Geheimnisse der Natur zu Gottes Ehren aufzudecken.

Seine religiöse Motivation brachte Swammerdam bereits in seiner "Historia generalis insectorum" von 1669 zum Ausdruck, weit ausführlicher jedoch in seiner 1752 posthum veröffentlichten "Bibel der Natur". Seinen Abhandlungen über die Spinnen fügte er hinzu, er wolle sie noch genauer sezieren, "damit endlich einmal dieser Theil der natürlichen Geschichte durch vereinigte Bemühungen seine Vollkommenheit erhalten, und Gott als Urheber aller dieser Wunder in Zukunft mehr gefürchtet, und inbrünstiger geliebet werden möge, als welches das einzige Ziel und Endzweck alles unsers Thuns seyn soll."

Im Laufe seiner Studien wurde ihm jedoch bewusst, wie er die allein Gott zukommende Liebe und Aufmerksamkeit auch auf seine Geschöpfe übertrug und er sich Gott und dessen Willen nicht hinreichend zu unterwerfen schien. Er brach seine Forschungen ab und suchte Rat bei der Prophetin Antoinette Bourignon. Diese bestärkte Swammerdam darin, von seinen wissenschaftlichen Studien zu lassen, da diese nichts anderes als "amusements de Satan" seien.

Auch der Lausitzer Pfarrer Schirach spürte, dass seine hingebungsvolle Beschäftigung mit den Bienen eine ungeahnte Eigendynamik entwickelte und ihn von seinem eigentlichen Wunsch, den Schöpfer zu ehren, abzubringen drohte. "Es ist wahr, wer den Reiz der Schönheiten in der Natur einmal deutlich wahrgenommen; wer das angenehme, das harmonische, das ergötzende einmal gekostet hat, wird gleichsam dahin gerissen, […]."

Es gäbe genügend Beispiele der "größten und weisesten Männer", die sich "hierrinnen allzusehr vertieft haben." Daher bat er Gott inständig, ihn vor der fehlgeleiteten "Kreaturen=Liebe" zu bewahren: "O Herr, vertilge ja alle meine mir verborgene, übertriebene Kreaturen=Liebe aus meinem Herzen, damit ich dir dadurch nicht misfällig werde." Gott möge ihn lehren, ihn über alles zu lieben und sich "an [ihm] allein zu ergötzen".





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