Re: Hin zu Gott / geistige Wagnisse
Endzeitprophetie
Geschrieben von AndreRademacher Andre am 15. August 2007 17:36:46:
Als Antwort auf: Re: Hin zu Gott / geistige Wagnisse geschrieben von AndreRademacher Andre am 14. August 2007 19:33:
Geistliche Anklebungen und ihre Läuterung
Jeder wahrhaft Gläubige wird unweigerlich an den ureigensten Erfahrungen und Seelenzuständen des Herrn teilhaben, sie mitempfinden und umarmen. Das sind geheimnisvolle Zustände. Der Weg mit der immer wiederkehrenden Begegnung mit dem ewigen Kreuz ist für ihn vorgezeichnet, es ist ein Weg der Schmach und Bestürzung.
Viele weichen hie und da einer Begegnung mit dem Kreuz nicht aus, wollen aber doch nicht alle Kreuze ihres Lebens annehmen. Ein Kreuz, welches nur ganz selten angenommen wird, ist das, wenn ihnen ihr öffentliches Ansehen unter den Menschen genommen wird. Und gerade das will Gott von euch haben, dorthin will Er euch führen, ohne daß ihr darüber erbittert werden sollt.
Gott will die Vernichtigung eurer Selbstliebe. Zuweilen lässt Er einen scheinbaren Fehler zu, um euer öffentliches Ansehen zuschanden zu machen.
Befindet sich die Seele in der Aufbruchstimmung geistlicher Anfänge, sehen wir sie oft gelassen und entschlossen im Erdulden von Widerwärtigkeiten. Woher nimmt sie da ihre geheime Standfestigkeit? Sie ist sich bewusst, daß ihr solches unverdient geschieht. Für die Stände aber, die ich soeben beschrieben habe, trifft das nicht mehr zu. In dieser dunklen Nacht hat die Seele das Empfinden, als wäre das eine für sie gerechte Strafe. Dazu kommen unerklärliche Verwirrungen und Demütigungen. Da wird ihr klar, wie tief sie wirklich auf Christus angewiesen ist. Sie sieht wie nötig sie es hat, vom geschöpflichen Treiben und vom
Verkosten geistlicher Süßigkeiten abgelöst zu werden. Das ist nötig, wenn sie erkennen soll, was sie ohne die Gnade Christi in Wirklichkeit ist. In diesem Zustand nun, verborgen vor sich selbst, ungeachtet irdischer Banden, schmerzlicher Zustände und der Agonie des Todes–Kampfes schreitet sie vorwärts.
Madam Guyonhttp://www.geistiges-licht.de/ konkret/Guyon.html
Nur wenige machen diese Erfahrung
Die Seele, von der jetzt die Rede ist, lebte in erfüllter Liebesgemeinschaft mit ihrem Herrn. Nun aber werden ihr auf einmal alle Wirklichkeiten des inneren Lebens genommen. Sie ist gezwungen, die köstliche Einsamkeit, die sie so erfreute, aufzugeben. Alle Kraft ist ihr entschwunden. Alle Gnade scheint ihr genommen. Sie zerbricht an ihr selbst. Abscheu erfüllt sie beim Anblick ihres ichhaften Wesens, und sie fasst den heiligen Entschluss, nicht mehr auf ihr natürliches Wesen zu vertrauen. Sie erwartet nichts mehr von sich selbst, und beginnt auf Gott zu harren, ob Er wohl abwesend ist, um Ihm ihr ganzes Vertrauen zu schenken.
Niemand soll meinen, daß solche Erfahrungen in gleicher Tiefe jemals von unbekehrten Personen gemacht werden können; auch nicht von solchen, die dem Herrn auf eine mehr äußerliche Weise nachfolgen. Den Abgrund solcher Schmerzen vermögen sie nicht auszuloten, denn der Heilige Geist offenbart sich nicht in einem ungeheiligten Wesen.
Ich aber rede hier von solchen Personen, die nach vielen Läuterungen, Versuchungen und Prüfungen gewürdigt werden, Stände der geschilderten Art zu durchlaufen. Gewürdigt werden sie allein aufgrund des Umstandes, daß sie – sich selbst völlig unbewusst – ein nahezu unbegrenztes Gottvertrauen haben, das mit einer tiefen Demut verbunden ist. Sie könnten sich von dem allem nichts sich selbst zuschreiben.Madam Guyon
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