Re: Schwarzeneggers letzte Rolle ??


[ Alles zur Ehre Gottes ]


Abgeschrieben von Epidophekles am 20. März 2007 21:30:00:

Als Antwort auf: Schwarzeneggers letzte Rolle ?? geschrieben von Epidophekles am 19. März 2007 14:00:00:

Arnold Schwarzenegger mit George W. Bush am 10. Juni 2006



Gouvernator Arnold Schwarzenegger bringt es im Spiegel auf den Punkt: «Beim Umweltbewusstsein gibt es eine Dynamik, die gewaltig ist. Mich erinnert das an meine Bodybuilding-Zeit. Erst war Bodybuilding unbekannt, dann hat es sich wie in Windeseile über den Erdball verbreitet.»

(Weltwoche)




Arnold Schwarzenegger 2006 zum zweiten Mal zum Gouverneur von Kalifornien gewählt

Man kennt ihn als den Terminator, als Genre prägenden Schauspieler des Action-Kinos. Auch ist hinreichend bekannt, dass der Austro-Amerikaner Arnold Schwarzenegger 2006 zum zweiten Mal zum Gouverneur von Kalifornien gewählt wurde. Vor allem die älteren Leser werden zudem noch wissen, dass Arnold Schwarzenegger auch ein berühmter Bodybuilder war, bevor er seine Hollywood-Karriere startete.

Erfolgreicher Immobilienmakler
Kaum jemand aber weiß, dass der "Governator" in den Siebzigern schon ein Vermögen mit Immobilien gemacht hat, bevor er als Schauspieler berühmt wurde. Der schmächtige Sohn eines österreichischen einfachen Gendarms wurde 1947 geboren und erlebte eine strenge Kindheit, die man heute als Kindesmisshandlung betrachten würde, wie Arnie später einmal selbst kommentierte. Schläge waren an der Tagesordnung, aber das sei bei den anderen Kindern damals auch so gewesen.

Neues Schönheitsideal
Vielleicht entschied er sich schon deshalb sehr früh für den damals ungewöhnlichen Sport des Bodybuldings und überwarf sich auch mit seinem Vater. Der junge Schwarzenegger trainierte äußerst hart und wurde schon mit 20 Jahren der bis dahin jüngste Mr. Universum. Ein Jahr später wanderte er nach Amerika aus und begann nicht nur eine beispiellose Sportlerkarriere (fünfmal Mr. Universum, siebenmal Mr. Olympia). Er definierte darüber hinaus auch das Bodybuilding neu und gilt heute als die prägende Figur dieser Sportart. Denn zuvor galt noch das klassische Ideal der wohlproportionierten Körperverhältnisse. Schwarzenegger begann als Erster, einzelne Muskeln überdimensional zu trainieren und hob damit das bis dahin geltende Schönheitsideal auf.

Erfolg trotz Akzent
Doch Schwarzenegger hat es nicht nur in den Armen, sondern auch im Köpfchen. Er studierte von 1973 bis 1980 nebenher Betriebs- und Volkswirtschaftslehre in Wisconsin und stieg erfolgreich ins Immobiliengeschäft ein und machte damit alleine schon Millionen. Doch schon 1970 hatte er seine erste Hauptrolle in dem Film "Hercules in New York" gespielt. Seinen damals unpopulären österreichischen Akzent konnte er mit seiner imposanten Gestalt ausgleichen. Zuerst wurde er synchronisiert, doch schon bald verstand er es, diese scheinbare Schwäche in eine Stärke zu verwandeln. Heute ist der Akzent zu seinem Markenzeichen geworden, zumal seine Rollen meist nur kurze Sätze verlangten.

Schwarzenegger, der Terminator
Bekannt wurde Arnold Schwarzenegger durch den Film "Conan, der Barbar", berühmt durch seine Rolle als Terminator in drei Fortsetzungsfilmen. Mit Filmen wie "Total Recall", "True Lies" oder "Last Action Hero" prägte er das Action-Film-Genre nachhaltig und sein Name wurde zum Synonym für den Action-Helden schlechthin.

Einzug in die High Society
Schwarzenegger, der inzwischen sowohl die österreichische als auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, ist überzeugter Republikaner und leistete auch schon mal George W. Bush Wahlhilfe. Trotzdem heiratete er die Demokratin und Nichte von John F. Kennedy Maria Shriver. Auch dies war letztlich ein politischer Schachzug, der seine Karriere sicher förderte und ihn in der Oberschicht gesellschaftsfähig machte, beabsichtigt oder nicht.

Diplomatie, Umweltschutz und Todesstrafe
Seinen Erfolg im demokratischen Kalifornien hat er nicht zuletzt auch der Tatsache zu verdanken, dass er immer um einen Ausgleich mit dem politischen Gegner bemüht war. Seine gnadenlose Haltung zur Todesstrafe allerdings verpasste der Bilderbuchkarriere des engagierten Umweltschützers einen dicken Kratzer. Dennoch ist seine Karriere wohl noch lange nicht zu Ende, nach seiner Wiederwahl vermehren sich Spekulationen um die Kandidatur zur Präsidentschaft.








The last election hero

Auszüge:
Arnie schließt die Mythen und die Wirklichkeit so kurz, wie es immer der Anspruch des Kinos, nicht weniger der großer Staatsmänner ist. Und der demokratische Wähler, der längst nicht den Glauben an die Machbarkeit der Verhältnisse durch starke Führerfiguren aufgegeben hat, sondern sich durch Hollywoods Allmachtsträume immer wieder aufs Neue darin bestätigt fühlen darf, wird es der smarten Naturgewalt womöglich danken...

Schwarzenegger hat neben seiner stahlharten auch die menschliche, weiche Seite betont. Kaum so, dass man ihn für einen Softie hätten halten können, aber immerhin so weit, dass ihm auch Typen mit "human touch" gelungen sind. Hölzern zwar, aber das schadet beim populistischen Armutsniveau polyglotter Hollywood-Streifen zum wenigsten. Diese Mixtur aus "Terminator" und "Kindergarten-Cop" ist also jetzt eine hybride Filmfigur, die nur scheinbar aus der Leinwand ins politische Leben tritt. Ein großer Schritt für Kalifornien, nur ein kleiner Rollenwechsel für Schwarzenegger, nicht mehr. Der Kandidat macht es also wie im Film, weil Politik in Amerika ohnehin spätestens seit Reagan nicht viel mehr als das ist. So besucht er Kinder aus armen Familien. Dazu gibt es die üblichen "Wir sind alle eine große Familie"-Bilder. Und selbst die zum Glück verurteilten Kinder werden ihm nicht geglaubt haben, dass das - wie er sagte - alles nur ihretwegen geschehe...

Der Mann strahlt die geballte Energie eines Mars-Schokoriegels aus und vergisst selbst nicht die Accessoires für sein aufdringliches Sieger-Charisma. So sieht man den für deutsche Verhältnisse weniger erträglichen Dauerlächler mit jenem albern kracherten Lapislazuli-Ring an der rechten Hand, der wohl seiner Solidität den letzten Schliff geben soll. Seriöse Filmkritik oder der Glaube an politische Kultur kämen gegenüber diesen Selbstinszenierungen längst zu spät. Selbstverständlich weiß der Selbstdarsteller, dass Subtilität nur schadet. Wie im Kino so auch auf Erden...

Und jetzt werden die Bilder, die weder der Wirklichkeit noch dem Film allein angehören, ständig überblendet: Schwarzenegger rettet Kalifornien, der Terminator rettet die Menschheit. Schwarzenegger grinst breit bis zur Kiefernstarre...

Schwarzenegger hat noch nie verloren. Bei diesem Typ glaubt man längst nicht mehr, dass Hybris bestraft werden könnte. Es gibt jene Passage in "Conan, der Barbar", wo er gefragt wird, ob er denn gar nicht sterben wolle. Selbst seine Kreuzigung überlebt er wohlgemut. Wenn das nicht messianisch ist und Appetit auf noch mehr Frohbotschaften macht. Bush etwa will zwar "Leadership" ausstrahlen, aber die rechte Autorität in dieser unentschiedenen, um Ausdruck ringenden und immer leicht schiefen Physiognomie will ihm nicht so recht gelingen. Bei Schwarzenegger ist das völlig anders. Er hat die Autorität, die sich in dieser Körpermaschine exekutiert, wenngleich sie einem Herzleiden nach zu urteilen auch verwundbar ist.

... Angeblich sind die Deutschen laut einer Umfrage noch nicht so weit, ihr Schicksal solchen Macher-Typen wie dem Terminator anzuvertrauen... [geschrieben im Jahre 2003]







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